»Martin Luther King Jr.« von Elias   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.04.2020 gesendet.
Heute muss ich immer an den US-Amerikaner Martin Luther King Jr. denken. Vor 52 Jahren, am 04. April 1968, hat ein Attentäter ihn erschossen. Wahrscheinlich kennt jeder den Satz, den er gesagt hat: „I have a dream“. Martin Luther King träumt davon, dass seine Kinder eines Tages nicht mehr wegen der Farbe ihrer Haut, sondern wegen ihres Charakters beurteilt werden.
Martin Luther King hat sich als Bürgerrechtler dafür eingesetzt, dass die politische Rassentrennung in den USA abgeschafft wird. Er hat dafür gekämpft, dass alle Menschen gleichberechtigt werden. Egal, woher sie kommen oder welche Hautfarbe sie haben.
Über 50 Jahre später haben auf dem Papier alle Menschen die gleichen Rechte. Aber ich bin immer wieder entsetzt, wie viel rassistische Diskriminierung und Hass es auch bei uns in Deutschland immer noch gibt. Vor allem gegenüber Menschen, die aus einem anderen Land kommen, zu uns geflüchtet sind oder einfach allgemein eine andere Hautfarbe haben.
Ich behandle alle Menschen gleich, mache überhaupt keine Unterschiede und mische mich ein, wenn ich Rassismus, Ausgrenzung oder Fremdenfeindlichkeit sehe. Zum Beispiel als ich mitbekommen habe, wie ein paar Typen einen Mann im Zug wegen seiner Hautfarbe beleidigten. Da mische ich mich ein. Und wenn es nur das ist, dass ich den Zugbegleiter hole…
Ich bin davon überzeugt, dass alle Menschen gleich wertvoll sind – vor dem Gesetz, in der Gesellschaft und vor allem vor Gott.
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»Corna-Macht« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.04.2020 gesendet.
Woche 3 Zuhause und die Einsicht: Corona macht was mit mir. In der ersten Woche hab ich mich mehrmals gefragt: Passiert das gerade wirklich? Kann doch nicht sein… Ein Virus, dass ich noch nicht mal sehen kann, breitet sich unaufhörlich aus und die Welt steht Kopf. Ich hab Witze darüber gemacht und dann nach einer Woche zu Hause hat’s mich mitgenommen. Corona ist kein Scherz. Ich hab viel gegrübelt. Ein Blick nach Italien und ich hab mich ängstlich gefühlt.
Und jetzt Woche 3 und meine Einsicht: Corona hat mir zwar erst n Schockzustand beschert, aber dann auch so n Rüttler und Mut gemacht. Denn ich merke, in der Krise steckt Kraft. Es geht weiter und es entsteht Neues.
Zum Beispiel die Leute in meiner Stadt, die rücken irgendwie näher zusammen, organisieren sich. Zumindest hab ich das Gefühl, dass da grad mehr wie vorher geht. Über ne Nachbarschafts-App hat letztens einer einen Kochkurs organisiert. Jeder hat für sich zu Hause gekocht, aber alle waren über n Livestream verbunden. Genial und irgendwie zeigt das doch auch. Es geht weiter. Und es wird auch noch ein Leben nach Corona geben. Keine Ahnung, wie dann das Leben danach aussehen wird. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass wir das Beste daraus machen.
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»Zusammen leben« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 02.04.2020 gesendet.
Vor ein paar Monaten bin ich mit meinem Freund in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen. Das ist für mich echt ein großer Schritt. Wir kennen uns zwar jetzt schon sehr lange und sind seit über 5 Jahren zusammen. Aber das erste Mal nur zu zweit in einer kleinen Wohnung quasi von morgens bis abends; das ist noch einmal etwas Anderes. Wir müssen uns jetzt ganz anders auf einander einstellen. Aushandeln, wer welche Aufgaben übernimmt und auch schauen, dass wir beide genug Zeit für uns haben. Dass das nicht immer ganz einfach ist, ist wahrscheinlich klar. Mich stört zum Beispiel nicht, wenn mal was rumliegt, solange es sauber ist. Mein Freund hat kein Problem mit ein bisschen Staub, aber wenn ich mein Zeug liegen lasse, kann er das nicht gut haben. Deshalb hat es am Anfang ein paar Mal gekracht. Trotzdem habe ich die Entscheidung, zusammenzuziehen nicht einen Moment bereut. Wir haben ja auch bis jetzt immer eine Lösung gefunden. Für uns hat damit ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Weil wir jetzt zusammenleben, lernen wir uns noch besser kennen. Wir können uns nicht aus dem Weg gehen, wenn wir mal streiten und die ein oder andere Macke können wir auch nicht mehr voreinander verstecken. Dass wir damit umgehen, schafft eine neue Art von Vertrautheit. Ich merke, dass sich unsere Beziehung weiterentwickelt. Und das ist wirklich ein tolles Gefühl. Dass ich merke: Es passt. Mit Dir kann ich zusammen leben, mit allem was dazu gehört. Diese Nähe macht mein Leben reich, jeden Tag.
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»Mein Glaube steht Kopf« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 01.04.2020 gesendet.
Corona, Corona, was bringst du nur alles durcheinander. Auch die Art, wie und wann ich meinen Glauben mit anderen lebe. Plötzlich kann ich nicht mehr in n Gottesdienst gehen und mit Freunden und Familie das Leben feiern. Auch die Hochzeit meiner Freundin is jetzt nicht. Verschoben auf bislang unbekannt. Gemeinsam zusammenkommen, Brot teilen, sich die Hände schütteln, neben anderen sitzen und spüren, dass man nicht allein ist. All das tabu.
Tja, wenn ich all das brauch, dann heißt’s das wohl jetzt, dass ich auf andere Formen von Gebet und Gemeinschaft ausweichen muss. Und da glaub ich, gibt’s grad auch eine große Chance für etwas andere Wege, wie ich mich mit anderen verbinden kann. Es gibt viele kleine Signale, die mir zeigen: „Hey, du bist nicht allein, auch wir beten.“ Und das außerhalb der Kirchenmauern. Wege, die einfach mehr nach außen hin denken. Gerade in diesen Tagen, wo ich viel zu Hause bin, krieg ich nämlich ganz viel von draußen mit. Da sind z.B. die Kirchenglocken am Sonntagmorgen. Weil kaum Autos rumfahren höre ich sie jetzt deutlicher. Und ich höre zudem, wie sich jemand die Mühe macht und eine Posaune vom Kirchturm spielt. Oder abends sehe ich in den Fenstern meiner Nachbarn Kerzen leuchten. Egal wie und wo: Ich merke, ich bin mit meinem Glauben nicht allein. Wir sind auch über verschlossene Türen hinweg eine Gemeinschaft.
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