»Kalt und Dunkel« von Patrick   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.12.2018 gesendet.
Es ist draußen wieder ganz schön kalt und ziemlich lange dunkel. Viele nervt das. Mich auch. Ich habe mich im Sommer fast jeden Abend mit meinen Freunden irgendwo auf ein Bierchen getroffen. Das geht jetzt nicht.
Stattdessen rein ins Haus, Heizung an, und in der Decke einmummeln. Dabei kann das doch auch schön sein. Und wenn es draußen dunkel und kalt ist kann ich Freunde und Nachbarn nach Hause einladen. Statt gegrilltem gibt es dann eben Fondue und statt der Bierbank macht man es sich auf dem Sofa bequem. Hat doch auch was.
Ich fange nicht an rumzunörgeln und mich aufzuregen wie blöd das jetzt alles ist.
Nein, ich freue mich über alle Jahreszeiten und mache aus jeder das Beste. Und jetzt mache ich es mir eben drin in meiner Wohnung gemütlich, schaue mal einen Film an oder lese ein gutes Buch. Und dann sind doch auch die kälteren und dunkleren Tage im Jahr einfach super.
Und das ist ja nicht nur bei den Jahreszeiten so. Es gibt immer Tage an denen es mir besser oder schlechter geht. Aber ich habe die Wahl was ich draus mache.
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»Absurdität« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 11.12.2018 gesendet.
Ich bin überglücklich. Ich habe geheiratet und gemeinsam mit meinem Mann plane ich unsere Zukunft. Ich fühle mich so, als würde ich durch den Alltag schweben.
Doch zwei Tage nach meiner Hochzeit erzählt mir ein Freund, dass sein Bruder überraschend gestorben ist. – Und zack - Da prallen einfach so zwei Welten aufeinander. Ich bin überglücklich und mein Freund ist niedergeschlagen. Wie kann ich das zusammenbringen?
Ich empfinde es als völlig absurd, wie nah Glück und Trauer beieinander liegen. Nur weil ich gerade glücklich bin, geht es dem Rest der Welt nicht automatisch auch so.
So schwer es zu ertragen ist – ich glaube es ist wichtig, dass mein Freund und ich uns trotzdem in diesem Moment begegnen. Es prallen zwar zwei Welten aufeinander – aber ich kann aus meiner Situation heraus dem anderen Halt geben. Mir geht es gerade gut. Dadurch bin stark genug, ihn zu trösten.
Es ist absurd. Aber gerade in solchen Momenten zeigt sich: Wenn ich glücklich bin, kann ich jemand anderen Zuversicht geben und ihn stärken. Und umgekehrt ist es auch so: Wenn es mir schlecht geht, ist hoffentlich jemand da, der mich wieder zuversichtlich machen kann, das bessere Lebensphasen kommen können.
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»Rituale« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 10.12.2018 gesendet.
Immer das Gleiche. Wenn ich in die Kirche gehe, nervt es mich manchmal, dass die Formen immer die gleichen sind. Alle knien sich gleichzeitig hin, stehen wieder auf. Und immer die gleichen Lieder. Ich habe manchmal das Gefühl, dass diese Rituale nur abgespult werden, aber nichts mehr bedeuten.
Vor kurzem ist aber ein Freund von mir bei einem Unfall ums Leben gekommen. Er ist so alt wie ich gewesen. Dass er so plötzlich gestorben ist, hat mich fassungslos gemacht. Ich hab nicht gewusst, wie ich es schaffe, dass ich mit den Gefühlen umgehen kann, die da hochkommen. Ich bin traurig gewesen, aber auch wütend und gleichzeitig habe ich mich an die vielen schönen Momente mit ihm erinnert. Was mir geholfen hat, waren genau die festen Formen. Es hat gutgetan, dass ich nicht überlegen musste, was als Nächstes kommt. Dass alle die Lieder kannten, die wir gesungen haben. Und dass so ein Gefühl von Gemeinschaft entstanden ist. Ich hab mich da mit meinen Gefühlen nicht mehr alleine gefühlt. Ich konnte mich gedanklich fallen lassen, weil ich gespürt habe, dass die Rituale und die Gemeinschaft mich tragen.
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»Adventskranz« von Matze   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.12.2018 gesendet.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins dann zwei… Ich habe mir vorletzte Woche einen Adventskranz gekauft und heute schon die zweite Kerze angezündet. Erfunden wurde der Adventskranz vor fast zweihundert Jahren in Hamburg. Ein Erzieher hat sich in einem alten Bauernhaus um arme Kinder gekümmert. Die haben ihn immer gefragt, wann endlich Weihnachten ist. Er hat dann ein großes Holzrad genommen und 24 Kerzen drauf gestellt. Jeden Tag durften die Kinder eine Kerze anzünden. Und an den vier Adventssonntagen gab es eine große Kerze.
Ich finde das eine tolle Tradition. Vor allem seit ich weiß, welche Geschichte dahintersteckt. Die Kinder hatten kein Geld und oft keine Familien mehr. In dem alten Bauernhaus konnten sie mit anderen Kindern zusammen sein und es hat sich jemand um sie gekümmert. Für mich gehört der Adventskranz zu Weihnachten dazu. Genauso gehört es für mich dazu, an andere Menschen zu denken. Ich kaufe meinen Adventskranz jedes Jahr auf einem Weihnachtsbazar. Das Geld wird dann gespendet. So kann ich auch jeden Sonntag eine Kerze anzünden und dabei an andere Menschen denken.
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