»Alles hat seine Zeit« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.11.2019 gesendet.
Irgendwie hat mein Bus in letzter Zeit oft Verspätung und ich muss ewig an der Haltestelle herumstehen. Ich hasse das, weil ich so ein ungeduldiger Mensch bin. Eine andere Möglichkeit als Warten gibt es aber oft nicht.
Immer wenn ich da so an der Haltestelle stehe wird mir wieder bewusst, dass „Zeit“ eigentlich total verrückt ist. Manchmal zieht sie sich ewig hin, wie wenn ich auf den Bus warte. Manchmal verfliegt sie, wenn ich was mit Freunden mache oder viel zu tun habe.
In der Bibel heißt es, dass alles seine eigene Zeit hat: Lachen und weinen, arbeiten und ausruhen. Das sind leichte Sachen und schwere. Sie gehören zusammen und zum Leben dazu. Diese Vorstellung von Zeit hilft mir: Wenn es mir gerade nicht so gut geht, macht sie mir Mut. Sie gibt mir die Hoffnung, dass auch wieder bessere Zeiten kommen. Sie hilft mir Geduld zu haben, wenn ich auf etwas warte wie auf den Bus. Sie hilft mir aber auch, die Zeit so richtig zu genießen, wenn ich besonders glücklich bin oder wenn ich einfach mal Ruhe brauche und auf dem Sofa chille.
Alles hat seine Zeit. Lachen und weinen, arbeiten und ausruhen. Alles gehört zum Leben dazu. Wenn ich mir das klar mache, dann ist manches leichter zu akzeptieren.
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»Alles ist gut?!« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.11.2019 gesendet.
Mein kleiner Neffe Janosch steht im Garten und heult. Er hat sich beim Spielen auf die Nase gelegt und dabei weh getan. Ich nehme ihn in den Arm und versuche ihn mit dem all-time favourite aller Sätze zu trösten: „Alles ist gut…“
Später hab ich nochmal über diese Situation und über diesen Satz nachgedacht.
Janosch hat der Satz in diesem Moment geholfen. Er hat sich getröstet gefühlt.
Ich glaube aber, dass der Satz „Alles ist gut“ dazu gar nicht so recht taugt. Denn es stimmt ja nicht, dass „alles gut“ ist. Jedenfalls nicht in diesem Moment, wenn jemand traurig ist. Mit „Alles ist gut“ behaupte ich aber indirekt, dass es für meinen kleinen Neffen gar keinen Grund gibt, traurig zu sein. Und damit vielleicht auch kein Recht.
Ich frage mich, wie oft es mir wohl sonst im Alltag passiert, dass ich anderen Menschen und vor allem mir selbst so gut gemeinte Trostsätze aufsage. Wenn ich mich immer nur schnell über alles, was unangenehm ist, versuche hinwegzutrösten – täusche ich mich da nicht selbst? Ich fühle, wie wichtig es ist, auch mal anzuerkennen und auszuhalten, dass etwas nicht gut ist oder sogar richtig zum Heulen.
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»Alptraum« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.11.2019 gesendet.
Als ich 4 Jahre alt war, hat meine Mutter mich nachts weinend im Flur gefunden. Ich hab verzweifelt meine Mama gesucht. Meine Mutter hat gleich gecheckt, dass ich schlafwandle und einen Alptraum habe. Ich hab sie nicht erkannt, obwohl sie direkt vor mir gestanden hat.
Genauso geht es mir auch manchmal mit Gott. Ich glaube an Gott, d.h., ich glaube, dass er wirklich da ist – in dieser Welt und auch ganz konkret in meinem Leben. Aber oft fällt es mir gar nicht so leicht, ihn auch zu sehen. Z.B. wenn ich durch die Nachrichten mitbekomme, wie ungerecht und grausam Menschen sein können. Sogar in meiner Kirche kommt das immer wieder vor. Gott nicht zu erkennen, fühlt sich für mich wie ein Alptraum an.
Gott sei Dank kann ich aus einem Alptraum aufwachen. Ich sehe und erlebe Gott in meinem Leben. In netten Menschen oder wenn es gerade besonders schön ist. Alptraum-Momente bleiben trotzdem. Dann kann ich nur glauben und hoffen, dass Gott trotzdem da ist. Gerade dann. Ich hoffe das, weil Jesus das Ganze auch durchgemacht hat. Er hat gelebt, gelitten und geliebt. Jesus weiß, wie das Leben ist. Deshalb bin ich sicher, dass Gott da ist. Auch dann, wenn mich ein Alptraum quält.
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»Sehender Blinder« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.11.2019 gesendet.
Beim Durchzappen im Fernsehen habe ich einen Bergsteiger beim Klettern gesehen. Er heißt Andreas Josef Holzer aber alle nennen ihn Andy. Zuerst dachte ich, das was er macht ist zwar schon anspruchsvoll, aber Klettern und Wandern machen ja viele Leute. Was das krasse bei Andy ist, ist dass er blind ist und das schon von Geburt an.
Ich frage mich, wie er das schafft. Seine Eltern haben ihn von klein auf so behandelt als ober er gar nicht blind wäre. Er ist nie auf eine besondere Schule gegangen oder so. Er ist auch immer mit Wandern gegangen. Das hat ihn stark gemacht. Er geht sogar lieber Klettern als Wandern, nicht weil ihm das einen größeren Kick geben würde, sondern weil es ihm schwer fällt aufrecht zu gehen. Deswegen fühlt er sich an Felswänden am wohlsten. Er spürt mit den Füßen, wo er hintreten kann und auf welche Stufen er sich stützen kann.
Das passt zur christlichen Haltung, im Schwachen das Starke zu erkennen. Die Geschichte von Andy macht mir Mut, dass ich gut mit meinen Schwächen umgehe und sie dann zu meinen Stärken entwickle.
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