»Rufe mich an« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.11.2020 gesendet.
„Rufe mich an in deiner Not, dann will ich dich erretten.“ Das steht auf einer Karte, die ich auf meinem Schreibtisch stehen habe. Neben diesem Spruch aus der Bibel ist ein Telefon abgebildet. Auf den ersten Blick passt das irgendwie nicht zusammen. Denn ich kann ja nicht wörtlich mit Gott telefonieren.
Aber ich glaube, ich kann mit Gott sprechen. Dann, wenn ich bete. Der Bibelspruch sagt: Ich kann ihm mein Leid klagen. Meinen ganzen Mist erzählen und er will mich da raushelfen. Das finde ich ein richtig gutes Versprechen.
Und wie antwortet Gott auf mein Gebet? Ehrlich gesagt: Ich weiß das oft auch nicht. Aber ich glaube daran, dass er es tut. Denn in meinem Alltag gibt es immer wieder Momente, in denen ich Gott entdecke.
Zum Beispiel bei richtig krassen Zufällen. Ich denke, da steckt Gott dahinter. Oder bei einer Begegnung mit einem bestimmten Menschen. Manchmal wenn ich richtig pleite bin, dann kommt das Gehalt genau im richtigen Moment oder mich ruft eine Freundin an und hilft mir bei einem Problem weiter. Dann kommt die Rettung auch mal durch das Telefon. So wird der Bibelspruch für mich im Alltag lebendig.
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»Geburtstag« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.11.2020 gesendet.
Ich hatte vor kurzem Geburtstag. Ich bin fünfundzwanzig geworden. Ein viertel Jahrhundert. Klingt irgendwie echt alt. Aber irgendwie auch nicht.
Wenn ich so zurückdenke, habe ich ja schon echt viel erlebt. Ich habe viele Freunde gefunden. Ich habe durch meinen Beruf Menschen beeinflusst. Als Sozialarbeiter unterstütze ich Menschen, die es brauchen. Und ich glaube, die würden mich schon vermissen, wenn ich nicht mehr da wäre. Deshalb fühle ich mich gebraucht. Habe das Gefühl, dass ich wichtig bin.
Andererseits denke ich manchmal auch: So bedeutend bist du halt auch nicht. Menschen gibt es seit etwa 40.000 Jahren. Und ich bin 25. Wenn ich etwas nicht mache, dann machts halt jemand anderes. Das klingt jetzt vielleicht erst mal negativ. Ist es für mich aber gar nicht. Ich finde beides wichtig.
Auf der einen Seite ist das, was ich mache, relevant. Es macht einen Unterschied, ob ich zum Beispiel meine Arbeit mache oder lasse. Auf der anderen Seite bin ich nur ein Teil des Ganzen. Nach mir wird es andere Menschen geben. Und es gibt noch Größeres und Wichtigeres als mich. Für mich ist das Gott. Ich glaube, er war schon immer da; seit es die Welt gibt. Und wird auch noch lange nach mir da sein. Im Vergleich dazu bin ich echt unwichtig. Das finde ich aber eigentlich ganz entspannend. Denn das heißt: Ich muss nicht alles selber machen und kann gar nicht alles alleine schaffen. Es gibt noch mehr als mich. Und doch bin ich wichtig!
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»Schuldig« von Ela   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.11.2020 gesendet.
Du bist schuld! Ich hab ich das schon oft gesagt, vor allem in meiner Kindheit. Ich selbst schuldig? Bestimmt nicht. Der andere ist schuld!
Ich glaube, das Denken vielen Menschen so. Es gibt dazu eine Geschichte in der Bibel: Eine verheiratete Frau soll hingerichtet werden. Sie soll gesteinigt werden, weil sie mit einem Fremden im Bett erwischt wurde. Sie wird zu Jesus gebracht, der sie offiziell verurteilen soll: Du bist schuld!
Aber Jesus weigert sich. Er sagt: Wer noch nie etwas falsch gemacht hat, soll den ersten Stein auf die Frau werfen. Plötzlich gehen alle Menschen weg und lassen ihre Anklage fallen.
Ich hätte wohl auch gehen müssen, wenn ich drüber nachdenke. Natürlich hab ich auch schon mal was falsch gemacht.
Zu der Frau sagt Jesus: Geh, ich verurteile dich nicht. Mach´s von jetzt an besser.
Die Frau steht für alle, die schon mal was verbockt haben. Also sagt Jesus das auch zu mir. Die Geschichte zeigt mir: Es ist nicht toll, wenn ich was falsch mache. Aber Jesus verurteilt mich nicht, es gibt immer wieder einen Neuanfang. Und auch ich soll andere nicht vorschnell verurteilen. Voll der Trost und ein Vorbild für mich.
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»Buß- und Bettag« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.11.2020 gesendet.
Heute ist Buß- und Bettag. Buße – das klingt ja so nach Strafe. Geldbuße zum Beispiel. Am Buß- und Bettag geht es aber nicht darum, jemanden zu bestrafen.
Buß- und Bettage gab es in der Geschichte immer wegen besonderen Notständen oder Gefahren. Die Menschen sollten über ihr Verhalten nachdenken, es ändern und viel beten. Sie sollten einsehen, dass sie viel falsch gemacht haben. Das nennt man Buße tun. Man glaubte, so könne die Gefahr vielleicht abgewendet werden. Daran erinnert der Buß- und Bettag. Insofern ist der Tag dieses Jahr vielleicht sogar besonders wichtig. Covid19 ist ja eine neue Gefahr für uns. Aber kann man diese Gefahr jetzt wegbeten? Können wir sie abwenden, wenn wir Buße tun? Ich denke nicht. Ich glaube auch nicht, dass man jemand für Corona verantwortlich machen kann.
Trotzdem finde ich es gut, dass es den Buß- und Bettag gibt. Einen Tag, an dem ich darüber nachdenke, was ich besser machen könnte. Und ich finde, in dieser Pandemiezeit wurden ja auch so manche Missstände offensichtlich. Zum Beispiel in der Fleischindustrie. Die Arbeitsbedingungen sind teilweise echt schlimm. Deshalb will ich in diesem Punkt umdenken. Ich will nur noch Fleisch kaufen, das unter anständigen Bedingungen – für Mensch und Tier – produziert wurde.
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