»Rückkehr« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.10.2018 gesendet.
Vor den Kopf gestoßen - ja, so fühl ich mich. Vor kurzem bin ich von einer längeren Reise aus Afrika zurückgekommen. Und jetzt, zurück, fühlt sich alles “anders” an. Es ist ein seltsames Gefühl, aber ich mag es.
Fließend Wasser, Strom oder Internet – all das habe ich in Afrika nur bedingt gehabt. In den Dörfern, wo ich unterwegs gewesen bin, hat es vieles nicht gegeben. Eine Kanalisation? Keine Spur von. Strom? Ab und zu über ein Aggregat. Kochen? Natürlich über dem Feuer. Ich bin erstaunt, mit wie wenig ich ausgekommen bin und es ist ok gewesen.
Und jetzt sitze ich zu Hause und kann nur noch Staunen, wie selbstverständlich vieles ist. Ich schaue mir Serien übers Netz an, Wasser läuft in der Spül- oder Waschmaschine und Lampen brennen gleich drei. Was ich mir zu Hause so alles leisten kann, Wahnsinn! Nur weil ich in Afrika eine andere Lebenswelt kennengelernt habe und eine Weile in ihr gelebt habe, stößt mich jetzt meine eigene so voll vor den Kopf. Dafür bin ich dankbar! Ich lebe so gut und weiß das leider oft gar nicht. Ich schätze meine Lebenswelt nun viel mehr und will mit ihr achtsamer umgehen. Weniger Wasser, weniger Strom… unterwegs ist es ja auch gegangen.
Es ist schon verrückt, was das Reisen mit einem anstellt. Man geht und kommt anders wieder. Dankbarer für das, was hier selbstverständlich ist.
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»Einsames Begräbnis« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.10.2018 gesendet.
Vor ein paar Jahren ist mein Opa gestorben. Bei seiner Beerdigung waren viele Menschen: Die Familie natürlich, aber auch alte Freunde und Nachbarn. Es war schön zu sehen, dass er vielen Menschen genauso wichtig war wie mir.
Aber was ist eigentlich, wenn Menschen sterben, die keine Freunde oder Verwandte mehr haben? Weil sie vereinsamt sind oder obdachlos. Den Gedanken, dass niemand zu ihrer Beerdigung kommt und sich an sie erinnert, finde ich beklemmend. Genau deshalb gefällt mir ein Projekt aus den Niederlanden, von dem ich gelesen habe. Es heißt „Das einsame Begräbnis“. Freiwillige sammeln Informationen über das Leben von Menschen, die sonst ganz anonym begraben werden. Sie schreiben ein Gedicht und tragen es bei der Beerdigung vor. Häufig sind sie die einzigen, die überhaupt da sind. Ist das sinnlos, weil sie ja keiner hört? Sie sagen, es geht ihnen um Respekt. Vor dem Leben jedes Menschen; egal wie einsam er gelebt oder welche Stellung er in der Gesellschaft gehabt hat. Jeder verdient es, dass sich jemand an ihn erinnert.
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»Hüttenzauber« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.10.2018 gesendet.
Es duftet nach leckerem Essen und es ist warm als wir in der Berghütte ankommen. Viele Freunde sind schon da und freuen sich, dass wir es nun auch geschafft haben. Unser Hüttenwochenende kann beginnen. Eine Freundin hat Geburtstag und für sie ist das Wochenende gedacht. Für sie, für uns und unsere Freundschaft.
Gemeinsam kochen wir lecker, spielen Spiele, gehen raus vor die Tür und rauf auf den Gipfel. Wir sind zusammen unterwegs, passen beim Aufstieg aufeinander auf, genießen die Aussicht und lassen die Seele baumeln.
Wir nehmen uns Zeit für lange Gespräche, nehmen uns Zeit zum Weinen und zum Lachen. Wir reden über Themen, für die sonst keine Zeit ist, weil wir sonst nur über Arbeit und das, was gerade ansteht reden. Wir erzählen uns, was uns wirklich beschäftigt, Sorgen oder anstehende Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Und dann erzählen wir uns auch von tollen neuen Büchern und geben uns Kochtipps.
Mir kommt es endlos vor, so viel Zeit und kein Sofa, kein Fernseher, kein Laptop. Nur ein Tisch, gutes Essen, ein paar Spiele und meine Freunde!
Und zwischendurch nehme ich mir auch Zeit nur für mich und für Gott. Ohne, dass mir das jemand übel nimmt. Das ist Gemeinschaft. Einfach wir. Miteinander. Geben aufeinander acht, jeder packt mit an. Das gibt mir Kraft. Mein persönlicher Hüttenzauber.
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»Alte Freunde« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.10.2018 gesendet.
Meine Freunde sind mir super wichtig. Trotzdem passiert es mir manchmal, dass ich mich ewig nicht bei ihnen melde. Vor allem, wenn sie weit weg wohnen. Im Alltag habe ich viel zu tun. Da hab ich einfach keine Zeit und Kraft, anzurufen und lange zu reden. Ich verschieb es auf später. Tja und dann ziehen Monate ins Land und ich habe mich immer noch nicht gemeldet.
Letztens hat sich so ein alter Freund bei mir gemeldet. Wir haben ewig nicht telefoniert. Mit ihm zu reden war so schön, dass wir uns sogar spontan verabredet haben. Er ist für ein paar Tage vorbeigekommen und es war wieder wie früher, als wir noch mehr Zeit miteinander verbracht haben.
Ich habe gemerkt, dass er mir wirklich wichtig ist: Es tut mir gut, wenn wir zusammen sind. Ich möchte seine Freundschaft auf keinen Fall verlieren, denn ich weiß: sie macht mein Leben wertvoller.
Wir haben jetzt ausgemacht: Mindestens einmal im Jahr nehmen wir uns ein paar Tage für einander Zeit. Wenn wir es im Alltag nicht schaffen, ständig in Kontakt zu sein, ist das ok, aber dieses eine Mal steht fest. Denn damit uns die Freundschaft erhalten bleibt, müssen wir sie pflegen.
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