»Goldkettchen« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.12.2018 gesendet.
Beim Ausmisten hab ich’s wiederentdeckt: Ein Goldkettchen mit einem Kreuz-Anhänger dran. Als Kind hab ich’s ne ganze Weile getragen, dann nicht mehr. Gold ist irgendwann nicht so meins gewesen und auch das Kreuz nicht. Ich fand es irgendwie schräg, ein Kreuz zu tragen und vor Anderen zu präsentieren: Ein Zeichen für den gestorbenen Jesus, also ein Todessymbol. Fand ich alles andere als schön.
Inzwischen seh ich das nicht mehr so. Denn das Kreuz an sich hat viel mehr zu bieten. Wenn ich z.B. mit Kindern eine Schatzsuche mache, dann gibt es auf der Schatzkarte ein dickes Kreuz. Und da dahinter liegt dann der Schatz begraben. Hinterm Kreuz also das Wertvolle. Und das christliche Kreuz erinnert mich nicht nur daran, wie Jesus gestorben ist. Es markiert auch Beziehungen: In jedem Balken kann ich eine Beziehung sehen. Im Senkrechten, von unten nach oben und umgekehrt, die Beziehung mit Gott. Ich darf mich an ihn wenden, mit dem was mich bewegt und er ist für mich da. Und der waagrechte Balken ist dann für die Beziehung von Mensch zu Mensch. Hier geht’s um mich und andere. Wie gehen wir miteinander um? Nächstenliebe und so…
Ein kleiner Wink für den Alltag, so ein Kreuz. Mit ganz viel drin. Inzwischen trage ich das kleine Goldkettchen wieder gern. Es ist für mich mehr als nur ein kleines Schmuckstück.
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»Christsein« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.12.2018 gesendet.
Wenn etwas Schlimmes passiert und Menschen aus meinem Umfeld betroffen sind, fällt es mir schwer zu sagen, dass ich auf Gott hoffe. Das ist in solchen Momenten irgendwie komisch und fühlt sich unangebracht an. Trotzdem ist mir mein Glaube wichtig. Er ist für mich wie eine Basis mein Leben. Auch in unangenehmen Situationen. Dann brauche ich nicht zu sagen, dass ich auf Gott hoffe. Sondern es reicht, dass ich da bin und zuhöre.
Und ich glaube genau darauf kommt es auch an. Es geht nicht darum jedem auf die Nase zu binden, dass ich glaube und in die Kirche gehe, sondern darum, dass ich als Christ lebe – in meinem Alltag.
Dass ich da bin, wenn ich gebraucht werde und vielleicht einfach mal zuhöre, wenn einer um mich herum jemanden zum Reden braucht.
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»Generationenwohnen« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.12.2018 gesendet.
Ich suche mit meinem Partner nach einem Haus für uns. Doch schnell ist klar – auf dem normalen Immobilienmarkt werden wir nichts finden. Dafür haben wir nicht genug Geld. Und wir können und wollen uns auch nicht so hoch verschulden.
Deswegen haben wir uns nach alternativen Wohnmöglichkeiten umgeschaut. Auch die sind nicht günstig, aber sie bieten oft mehr als nur einen Wohnraum.
Zum Beispiel gibt es ein Projekt, wo Generationen zusammenwohnen können. Alte und junge Leute wohnen in einem großen Gebäudekomplex zusammen. Die Idee dahinter ist, dass die Leute zusammen leben und sich gegenseitig helfen, wenn einer Hilfe braucht.
Wir, als „mittlere Generation“ wären dann zum Beispiel dafür verantwortlich, den älteren Bewohnern beim Papierkram zu helfen oder sie zu einem Arzttermin zu begleiten. Die älteren Bewohner, die nicht mehr arbeiten gehen müssen, können ein Abendessen für alle vorbereiten. Und wenn wir mal Kinder haben, sind sie vielleicht zum Babysitten bereit…
Dieses Projekt soll so etwas wie ein Familiengeflecht werden. Jeder hat seinen Rückzugsraum, aber es ist erwünscht, sich einander zu helfen und zu unterstützen.
Ich finde die Idee schön auch wenn ich glaube, dass wir uns viel streiten und viel verhandeln müssen. Eben wie in einer Familie auch. Aber dafür bekommen wir einen echten Lebensraum.
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»Familienstrukturen« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.12.2018 gesendet.
Ich wohne etwa 400 Kilometer von meinen Eltern weg. Manchmal bin ich traurig darüber. Ich kann nicht mal schnell meinen Eltern was zu essen vorbeibringen oder sie unterstützen.
Ich glaube es geht vielen Menschen so. Wegen des neuen Jobs oder wegen der eigenen neuen Familie können sie nicht in der Nähe ihrer Eltern sein.
Daher finde ich es schön, das, was Familie ausmacht, auch mit anderen Menschen zu teilen.
Ich kenne ein Paar, das eine „Ersatzoma“ für ihr Kind gesucht hat. Ihnen ist es wichtig, dass ihr Kind auch von einem älteren Menschen etwas lernt. Sie haben tatsächlich eine ältere Frau gefunden. Die Frau ist in einer ähnlichen Situation: Ihre eigenen Enkelkinder wohnen nicht in der gleichen Stadt, sondern sind weit weg. Mittlerweile sagen sie, sie sind Familie füreinander geworden. Sie verbringen Zeit und unterstützen sich gegenseitig. Auch ohne miteinander verwandt zu sein. Ich finde das schön – und meine ursprüngliche Familie verliere ich dadurch ja auch nicht…
Klar – es muss auf der persönlichen Ebene passen. Aber ich kann mir das gut vorstellen. Wenn ich schon nicht für meine eigene Familie da sein kann, warum dann nicht für andere? Ich könnte einkaufen gehen, einen Lebensratschlag bekomme und schöne Momente teilen.
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