»Gott-Flammen« von Yannick   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.10.2019 gesendet.
Wenn man mit dem Zug unterwegs ist, kriegt man ja ganz schön viel mit. Neulich hab ich zwei Jugendlichen beim Quatschen zugehört. Sie haben drüber geredet, wer mehr Snapchat-Flammen hat. Flammen bei Snapchat sind die Belohnung, wenn man täglich mit einem anderen Kontakt Bilder hin- und herschickt. Macht man das viele Tage am Stück, heißt das viele Flammen. Schafft man es an einem Tag aber nicht, ein Bild zu schicken, verliert man alle Flammen.
Ich hab mich gefragt, wie das wäre, wenn Gott wäre wie Snapchat. Also wenn Gott zu mir sagen würde „Für jeden Tag, den du betest, bekommst du ‘ne Gott-Flamme. Aber wenn du einmal vergisst zu beten, verlierst du alle“
Ich bin ehrlich: Ich hätte schon längst alles verloren.
Bei Gott ist das aber anders. Zum Glück. Jesus hat dazu mal ‘ne Geschichte erzählt. Ein junger Mann hat beschlossen, dass er von zu Hause weg wollte. Deshalb hat er sich von seinem Vater sein ganzes Erbe auszahlen lassen. Die Kohle war er aber ziemlich schnell wieder los, weil er zu viel gefeiert hat. Deshalb blieb ihm irgendwann nichts übrig, als wieder heim zu gehen. Und sein Vater hat ihn einfach wieder aufgenommen. Die Liebe zwischen den beiden war nicht einfach weg. Im Gegenteil: Der Vater hat sich voll gefreut, seinen Sohn wieder zu sehen.
Für mich ist das eine beruhigende Nachricht. Denn ich muss keine Angst haben, dass Gott böse auf mich ist, wenn ich mal nicht an ihn denke. Er freut sich über mich – meine „Gott-Flammen“ gehen nicht verloren.
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»Kamel« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.10.2019 gesendet.
Ich bin ganz schön reich. Obwohl ich mir oft einrede, dass das gar nicht so ist. Ich mein so viel Geld hab ich jeden Monat ja auch gar nicht zur Verfügung. Und ich schau schon auch drauf, was ich ausgebe. Aber wenn ich mich mit dem Rest der Welt vergleiche, dann bin ich echt reich.
In der Bibel steht jetzt aber ein Reicher kann nicht in den Himmel kommen. Eigentlich ist es sogar noch heftiger formuliert. Da steht: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr passt, als das ein Reicher in den Himmel kommt“. So ein Satz trifft mich erstmal hart. Bisher fand ich Reichsein ziemlich gut. Und das soll jetzt blöd sein? Wenn ich so drüber nachdenke steckt in dem Satz aber auch ne Aufgabe drin. Reichtum bringt Verantwortung mit sich. Verantwortung dafür zu sorgen, dass Reichtum besser verteilt wird. Dass Menschen nicht hungern müssen, trinkbares Wasser bekommen und Bildung genießen dürfen.
Für mich heißt der Satz aus der Bibel, dass ich nicht so sehr an meinem Besitz hängen soll. Sondern ihn auch los zu lassen und verantwortungsbewusst mit anderen Menschen zu teilen. Dann glaube ich, dass auch das Unmögliche möglich wird. Ich glaube dann kann sogar ein Kamel durch ein Nadelöhr passen.
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»Bedingungslose Liebe« von Elena   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.10.2019 gesendet.
Zwei meiner Cousins sind transsexuell. Die beiden sind als Mädchen auf die Welt gekommen, sind jetzt aber Männer. Ich habe das eigentlich schon als Kind gemerkt. Sie haben lieber Jungs-Klamotten angezogen, hatten männliche Haarschnitte und waren als Kinder auch schnell bereit, im Streit zu kämpfen. Wie Jungs, obwohl sie im Körper von Mädchen stecken. Transsexuell eben.
Für die beiden war das nicht leicht. Bevor sie sich outen konnten hatten sie viele Sorgen. Dass die Familie es nicht akzeptieren könnte, Angst vor den vielen Op’s, vor der Reaktion zukünftiger Arbeitgeber, den Kosten und vielem mehr.
Seit sie es in der Familie und bei Freunden gesagt haben, sind sie viel ausgeglichener geworden. Die Familie und Freunde haben wirklich toll reagiert. Alle akzeptieren und unterstützen sie. Die Eltern, die Oma, die Tanten und Onkels, Freunde und seit einiger Zeit auch ihre Partnerinnen. Wir begleiten sie zu Operationen, sprechen viel und offen über ihre Erfahrungen und freuen uns mit ihnen über jeden kleinen Schritt.
Mir ist dabei klar geworden: Nicht nur ich, sondern auch alle anderen die sie begleiten sind dazu fähig jemanden bedingungslos zu lieben und anzunehmen. So wie er ist. Ich definiere den Wert eines Menschen nicht über sein Geschlecht. Ich glaube, dass Gott da genauso ist und jeden von uns bedingungslos liebt. Er hat uns ja immerhin so gemacht wie wir sind.
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»(Un)coole Christen« von Yannick   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.10.2019 gesendet.
Vor Kurzem hab‘ ich mich auf einer Party mit jemandem unterhalten. Über alles Mögliche. Wir haben dann auch über Kirche und so gequatscht. Und er meinte dann: „Christen sind doch voll uncool“. Irgendwie fand ich den Satz ein bisschen seltsam. Was hat denn cool oder uncool mit meinem Glauben zu tun?
Ich hab dann mal weiter nachgefragt und er meinte: „Ja meistens sind Christen ja die, die immer so ultrabrav sind. Und immer alles besser wissen. Richtige Spaßbremsen“
Find ich schade, dass es Leute gibt, die das über Christen denken. Denn selbst Jesus war einer, der es sich immer mal wieder hat gut gehen lassen. Seine Hater haben ihn sogar einen „Fresser und Säufer“ genannt. Also nix da mit ultrabravem Spaßbremsen-Lifestyle.
Außerdem: was ist schon cool? Und was uncool? Das sieht doch eh jeder anders.
Ja, ich bin Christ. Das gehört zu mir einfach dazu! Mein Glaube hilft mir, im Leben das Gute zu sehen, auch wenn es mal grade nicht so läuft. Aber das heißt nicht, dass ich keinen Spaß haben kann. Für mich ist auf jeden Fall klar: Christsein hat auf Coolness keine Auswirkung.
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