»Kirchenasyl« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.02.2019 gesendet.
Ein stundenlanger Gottesdienst. So was schreckt mich normalerweise direkt ab. Ich habe aber von einem Gottesdienst gelesen, wo mich genau das begeistert, dass er so lange dauert. In Den Haag in den Niederlanden gibt es eine Gemeinde, in der die Leute seit dem letzten November ununterbrochen Gottesdienste und Andachten feiern. Rund um die Uhr.
Die Christen dort machen das, weil sie einer Familie helfen. Die Familie hat bei der Kirche Schutz gesucht - sie hat um Kirchenasyl gebeten. Sie sollten zurück in ihr Heimatland abgeschoben werden. Dort hätte ihnen Lebensgefahr gedroht.
Der Priester der Gemeinde hat direkt gehandelt und der Familie Schutz angeboten. Da die niederländische Polizei nicht in eine Kirche eindringen darf, wenn dort ein Gottesdienst stattfindet, feiert die Gemeinde seit Beginn des Kirchenasyls ununterbrochen Andachten und Gottesdienste.
Ich finde das toll – denn genauso wünsche ich mir „Kirche“.
Die Gemeinde und auch alle Nachbargemeinden halten zusammen, um dieser Familie zu helfen. Sie retten wahrscheinlich durch diese Aktion die Leben der Familienmitglieder.
Sie macht sich damit vermutlich unbeliebt bei den Behörden und der Polizei. Aber ich denke, sie machen das einzig richtige. Denn das, was wirklich zählt, steht im Vordergrund: Das Gebot der Nächstenliebe. Und das heißt, dass ich als Christ denen eine Zuflucht und Sicherheit gebe, die in Not sind.
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»Frittenbude« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.02.2019 gesendet.
Wie kann ich heute als Christ glaubwürdig leben?
In Frankfurt haben Ordensschwestern eine Idee gehabt, die mir ein Beispiel gibt: Die Schwestern haben eine Frittenbude eröffnet. Ihr Motto ist: Leckeres günstiges Essen für alle anzubieten und mit den Kunden zu sprechen. Einfacher Small-Talk, aber sie haben auch ein offenes Ohr für diejenigen, die über ihre Sorgen sprechen möchten.
Sie sagen, an ihrer Frittenbude können Menschen sich begegnen. Und wenn das passiert, ist auch Gott mit dabei.
Ja, ich denke, so ähnlich könnte auch für mich ein Weg aussehen, wie ich Jesus nachfolge. Ihm ging es darum, für alle Menschen da zu sein. Die Schwestern in Frankfurt setzen das auf kreative Weise um – zu ihnen können Menschen aus allen Schichten, aus jeder Glaubensrichtung kommen. Eine Portion Pommes kann sich jeder leisten. Die Schwestern sind wirklich mitten im Alltag für die Menschen da. Sie sind nicht nur unter sich, sondern bieten die Möglichkeit an, Kontakt zu knüpfen ohne aufdringlich zu sein. Und noch viel wichtiger: Sie begleiten die Menschen, die Hilfe suchen, ohne zu missionieren. Oder sie unterhalten sich einfach mit ihnen.
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»Nominieren« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.02.2019 gesendet.
Sonntagnacht werden in Los Angeles die Oscars verliehen. Jedes Jahr fiebern viele Menschen mit, wer welchen Oscar bekommt. Für viele ist es sogar schon wertvoll, wenn sie nur nominiert sind.
Auch in den Sozialen Netzwerken gibt es Leute, die ihre Freunde und Bekannten nominieren. Hier bedeutet es aber mehr als bloß bestätigt zu sein, nämlich auch verpflichtet zu sein etwas zu tun. Beispielsweise posten viele User bei der Black-and-white-challenge sieben Tage lang schwarz-weiß Fotos aus ihrem Alltag. Jede Challenge funktioniert im Prinzip gleich: Ich poste was von mir zu einem bestimmten Thema und nominiere andere Leute, die das dann auch machen.
Nominieren heißt wörtlich: beim Namen nennen. Also einen Menschen ganz persönlich zu meinen. So ähnlich ist das auch bei Gott. Der nominiert alle Menschen. Er nennt mich beim Namen. Auch unter Milliarden von Menschen, die es gibt, kennt er mich und meinen Namen. Ich finde es eine tolle Vorstellung. Denn das heißt für mich, dass er mich beschützen will und ich bei Gott geborgen bin. Weil er mich nominiert und beim Namen nennt. Denn er sagt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst zu mir!“ (Jes, 43, 1)
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»Glücklich getauscht« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.02.2019 gesendet.
Eine Freundin hat mich überredet, mit ihr zu einer Kleidertauschbörse zu gehen. Tauschbörse heißt, ich bringe noch gute Sachen hin, die ich aber nicht mehr mag. Und im Gegenzug darf ich andere Sachen wieder mitnehmen.
Als wir ankommen, werden wir freundlich begrüßt. Wir dürfen unsere Sachen auf den Tischen einsortieren und sollen dann in der Kaffeeecke Platz nehmen. Es gibt nämlich einen offiziellen Startschuss: “Macht euch Komplimente und seid lieb zueinander!”, sagt eine der Veranstalterinnen und eröffnet dann. Nett sein? Komplimente machen? Irritiert gehe ich zu den Klamottentischen und stelle fest: Links und rechts von mir ist man sehr freundlich zu mir. “Oh, wolltest du das? Komm nimm!” Im Laden oder Outlet hab ich sowas noch nie erlebt. Das hier ist anders. Und schön. Später bei der Umkleidekabine bekomme ich sogar ehrliche Meinungen und Komplimente. Von Fremden. Das ist wirklich schön.
Auf dem Heimweg merke ich, ich hab mich irgendwie glücklich getauscht. Ich hab gesehen wie meine Klamotten neue Besitzer finden, habe selbst was gefunden, habe Komplimente gemacht und auch welche bekommen. Unbezahlbar. Ich frage mich, ob so ein Nett Sein auch ohne Ansage funktioniert?
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