»Nudeln und Sorgen« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.11.2018 gesendet.
Ich komme von der Arbeit und habe mega Hunger. Also mach ich mir ne Packung Spagetti auf und koch mir eine ordentliche Portion Nudeln mit Pesto.
Als der Nudelberg vor mir steht und ich merke, dass ich mir mal wieder viel zu viele Nudeln gemacht habe, fällt mir ein Spruch ein, den ich auf einem Aufkleber gesehen habe. „Mit Sorgen ist es wie mit Nudeln – du machst dir zu viele.“ Für die Nudeln kann ich das heute Abend unterschreiben.
Und wenn ich ehrlich zu mir bin, ist das mit den Sorgen manchmal auch so. Zum Beispiel sorge ich mich, dass es meiner Familie gut geht, dass ich meine Arbeit gut mache oder mir Gedanken mache was andere von mir denken.
Gleichzeitig weiß ich, dass ich nicht alles leisten kann. Manches muss ich auch gar nicht leisten. Denn, dass es meiner Familie gut geht hängt ja nicht nur von mir ab und was andere Leute von mir halten kann ich auch nur wenig selbst beeinflussen.
Mir das bewusst zu machen, hilft mir. Weil ich nicht alles machen muss und mich nicht um alles sorgen muss.
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»Ende und Anfang« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.11.2018 gesendet.
Kann das sein, dass grad wieder Hochsaison für de Tod ist? Vielleicht geht es nur mir so, aber je kälter es wird, desto mehr traurige Nachrichten bekomme ich: „Er liegt auf Intensiv“ oder „Sie ist letzten Sonntag gestorben“.
Diese Nachrichten überrumpeln mich manchmal ganz schön. Und ich zünde dann erst mal eine Kerze an. Kerzen bringen Licht ins Dunkel und zeigen, dass es mehr als die Dunkelheit gibt. Und daran glaube ich auch als Christin. Ich glaube, an ein Leben nach dem Tod. Und dass da wirklich was ist, das spür ich, wenn ich an Verstorbene aus meiner Familie denke.
Nur manchmal, da ist es einfach viel mit den traurigen Nachrichten. Ich versuch mir dann vorzustellen, wie es wohl so im Himmel dann abgeht. Da muss dann die Party des Jahres stattfinden. Jeder ist eingeladen, der bei Türsteher Petrus einen Totenschein vorzeigen kann. Wer drin ist, gibt Jesus dann ein „Highfive“ und schnappt sich einen himmlischen Cocktail. Einfach ne fette Party. Und das Beste: Alle sind da, auch die, die schon lange Tod sind. Klingt bisschen albern, ich weiß, aber es hilft mir manchmal mit der Situation klar zu kommen. Irgendwie wär’s doch so auch schön. Letztlich weiß ich nicht, wie es sein wird. Ich spüre nur immer wieder, dass da noch was ist und kommt. Und das gibt mir Hoffnung: Der Tod ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang.
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»Missbrauch« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.11.2018 gesendet.
Mir fällt es gerade schwer, katholisch zu sein. Katholische Priester haben ihre Rolle als Vertrauenspersonen ausgenutzt und sich an Kindern und Jugendlichen vergriffen, die sich nicht dagegen wehren können. Über Jahrzehnte hinweg und kein Ende in Sicht.
Das ist ein riesiger Skandal und macht mich wütend. Es reicht mir nicht, dass die Kirche um Entschuldigung bittet. Sie muss die Strukturen verändern, die Missbrauch ermöglichen. Wenn sie sich nicht wirklich grundlegend ändert, geht auch das verloren, wofür sie eigentlich steht: Die Botschaft Jesu. Jesus hat sich sein Leben lang dafür eingesetzt, dass die Schwachen geschützt werden vor dem Missbrauch durch Mächtige.
In der Kirche wird diese Botschaft gerade ins Gegenteil verkehrt.
Und das macht mir zu schaffen, weil ich denke, dass unsere Gesellschaft eine Gemeinschaft braucht, die sich um die Schutzlosen und Benachteiligten kümmert und das auch von anderen einfordert. Und ich finde es gut, sich da an die Botschaft Jesu zu halten. Und wenn es darum geht, bin ich auch wieder gerne mit dabei.
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»Inklusion« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.11.2018 gesendet.
Vor kurzem war ich in einem Restaurant essen, in dem Menschen mit Handicap arbeiten. Der Kellner, der uns bedient hat, war früher in einer Behindertenwerkstatt. In dem Restaurant kann er jetzt gemeinsam mit Menschen mit und ohne Handicap einen ganz normalen Beruf ausüben. Mir gefällt das. Und er hat richtig Spaß gehabt. Es läuft vielleicht nicht alles so schnell und reibungslos, wie in einem normalen Restaurant, aber ich mag die Atmosphäre dort, weil jeder so sein kann wie er ist. Und alle versuchen, ihr Bestes zu geben.
Mir ist klar, dass Inklusion nicht immer einfach ist. Wenn zum Beispiel Kinder mit und ohne Handicap in eine Schule gehen, dann braucht es genug Lehrer und Betreuer, die dafür sorgen, dass alle mitkommen und gefördert werden.
Ich glaube aber, dass es wichtig ist, sich dieser Herausforderung zu stellen. Ich will jedenfalls in einer Gesellschaft leben, in der niemand ausgeschlossen wird, weil er andere Bedürfnisse hat. Das Restaurant, in dem ich war, ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie das gelingen kann.
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