»Tapfer« von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 09.08.2020 gesendet.
Ich bin total harmoniebedürftig. Nur wenn ich mich mit allen gut vertrage, bin ich wirklich happy. Mit anderen zu streiten, stresst mich sehr.
Noch wichtiger sind mir aber meine Überzeugungen; also das, woran ich glaube und was ich für richtig halte.
Wenn um mich herum jetzt was passiert oder gesagt wird, das meinen Überzeugungen widerspricht, dann kann ich das nicht einfach so hinnehmen. Zum Beispiel wenn etwas ungerecht ist. Dann muss ich etwas dagegen tun.
Das Problem dabei ist: Wenn ich in solchen Situationen Stellung beziehe, kann ich damit rechnen, dass es zu Streit kommt. Und grade vor offenen Konflikten habe ich ja eigentlich Angst. Es wäre aber feige, deswegen meinen Mund zu halten, mich einfach weg zu ducken. Also muss ich tapfer sein.
Beim Wort „tapfer“ denkt man vielleicht erstmal an unverwundbare Kinohelden. Aber ich glaube, tapfer zu sein, bedeutet nicht, unverwundbar zu sein und keine Angst zu haben, sondern: etwas anzugehen, obwohl man Angst hat, z.B. vorm Streiten.
Wenn ich für meine Überzeugungen eintrete, dann kann es passieren, dass ich mich mit anderen fetzen muss. Es fällt mir schwer, das in Kauf zu nehmen. Aber tapfer zu sein, bedeutet eben genau das: Dass ich trotzdem bereit bin, mich für etwas Wichtiges einzusetzen.
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»Gleichberechtigung« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 08.08.2020 gesendet.
Carolin Kebekus kritisiert in ihrem Song "im Namen der Mutter" den Umgang mit Frauen innerhalb der katholischen Kirche. Ich finde den Song vom Sound her klasse gemacht und auch das Video hat für mich eine klare Botschaft: Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche!
Mir ist klar, dass sie mit ihren Aussagen provozieren will und das ist ihr auch gelungen. Aber letztlich greift sie mit ihrer Kritik zu kurz. Denn Gleichberechtigung geht meiner Meinung nach nicht nur Frauen an, sondern alle Menschen. Sie bedeutet für mich, dass keiner wegen seines Geschlechtes oder seines Aussehens bevorzugt oder benachteiligt wird. Dass ich allen mit dem gleichen Respekt begegne. Deswegen will ich in meinem Umfeld alle Menschen gleichberechtigt behandeln. Egal ob Mann, Frau oder Divers.
Innerhalb der katholischen Kirche dürfen nur Männer das Brot in der Kirche teilen oder predigen. Das macht für mich und Carolin Kebekus keinen Sinn, weil von Beginn an Frauen mit am Start gewesen sind, die auch was zu sagen hatten. Außerdem hat Jesus mit seinem Leben gezeigt, dass bei ihm jeder Mensch angenommen ist. Und so will ich es auch machen und niemanden ausschließen bei meiner Arbeit in der Kirche, wenn ich verantwortlich bin oder im Alltag.
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»Zeltlager« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 07.08.2020 gesendet.
Meine Tasche für das Zeltlager ist gepackt, daneben liegen mein Schlafsack und meine Isomatte. Gleich geht es los und ich sehe viele Freunde und gute Bekannte wieder. Gemeinsam zelten wir dann zwei Wochen auf einer Wiese von einem Bauern, drumherum nur ein paar Hügel und ein nah gelegener Wald. Ich verbinde mit der Zeit auf dem Zeltlager das Gefühl frei zu sein, so wie ich bin und eine Gemeinschaft zu erleben, die davon geprägt ist, dass ich helfe wo ich gebraucht werde. Dass jeder das, was er kann mit einbringt. Nicht um sich selbst darzustellen und damit zu posen, sondern damit es andern gut geht und ich mit den Leuten zusammen etwas schaffe. Gemeinschaft.
Solche Orte sind wichtig für mich. Weil ich mich dort zusammen mit den anderen irgendwie zuhause fühle. Dort sehe ich, dass mein Traum von einer friedlichen Gesellschaft, in der ich auf die anderen achte, erfüllt werden kann.
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»Rache « von Anna-Marleen   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.08.2020 gesendet.
Es gibt einen Satz von Jesus, der fordert mich echt heraus: „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin!“
Ich muss daran denken, wie mich letztens auf der Arbeit jemand am Telefon richtig zur Schnecke gemacht hat. Ich hatte gar nichts falsch gemacht, war professionell und freundlich. Trotzdem musste ich mir am Telefon einiges von diesem Mann anhören. Ich hab mich dabei ungerecht behandelt, richtig ohnmächtig gefühlt. Und so jemandem, soll ich keinen Widerstand leisten, sondern auch noch die andere Wange hinhalten? Sorry, aber ich bin doch kein Fußabtreter.
Dass man sich alles gefallen lassen muss, das hat Jesus mit diesem Satz glaube ich auch nicht gemeint. Sondern: Zurückschlagen und mich rächen hilft mir in so einer Situation nicht weiter.
Wenn ich am Telefon zurückkeife, dann eskaliert vermutlich nicht nur die Situation, sondern ich lasse mich auch auf das üble Spiel von diesem Menschen ein. Viel besser ist es, dem Rat von Jesus zu folgen, denn das heißt: den Angriff einfach ins Leere laufen zu lassen. Zum Beispiel indem ich dem Typen sage, dass ich nicht bereit bin, mich in diesem Ton weiter zu unterhalten und dann einfach auflege. Ich leiste keinen Widerstand, sondern überlasse diesem Menschen seiner eigenen Wut. Die ist ab sofort nur noch sein, und auf keinen Fall mein Problem.
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