»Narrenmesse« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.02.2020 gesendet.
Bei uns in der Gemeinde hat's letztens eine Narrenmesse gegeben. Das ist ein Gottesdienst, der ein bisschen anders ist als sonst. Bei uns kommen die Narren in ihren Kostümen und viele andere Leute kommen auch verkleidet, sogar der Prediger. Es gibt Guggenmusik und Der Bibeltext und die Predigt werden gereimt. Ich freue mich jedes Jahr darauf, weil das echt besonders ist und wir darauf schauen, was Christen und Narren verbindet.
Doch in diesem Jahr war’s nicht ganz klar, ob die Narrenmesse stattfinden kann. Denn ein langjähriges Mitglied der Narren war gestorben. Nach langem hin und her, hat die Messe mit den Narren aber doch stattgefunden. Und ich muss sagen: Es war die beste Narrenmesse.
Und es ging darum, auf was ich als Christ hoffe, dass es mit dem Tod eben nicht vorbei ist. Dass das Leben nicht nur aus Lachen und sich gemeinsam freuen besteht, sondern eben eine Mischung aus allen Gefühlen ist. Und diese Mischung ist dieses Mal mit den Narren gelungen.
Zwar anders als sonst, aber richtig schön.
Und sowas nehme ich gerne mit für den Alltag: Alle Gefühle bekommen ihren Platz. Mein Leben ist bunt mit Höhen und Tiefen und das ist gut so.
Auf Facebook teilen
»Fasnet« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.02.2020 gesendet.
Ich mag die fünfte Jahreszeit. Ob Kostümpartys oder draußen auf der Straße die verschiedenen Umzüge. Egal wo ich hinkomme, an Fasnet feiern alle irgendwie mehr zusammen und sind lockerer als auf normalen Parties. Ich find’s viel einfacher mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Da quatschen wir einfach übers gleiche Kostüm oder so. Das ist richtig klasse. Denn hey, wir feiern das Leben gemeinsam. Und ich merke, ich bin nicht alleine mit meinen Träumen nach einer bunten Welt. An der Fasnet kann jede und jeder so sein wie er und sie will und wird nicht ausgegrenzt.
Auf normalen Parties bleiben eher alle unter sich, feiern sich selbst und weniger die Gemeinschaft und Vielfalt. Fasnet ist anders und das schätze ich. Das kannte ich vorher nicht, im Norden wird das nicht gefeiert. Ich dachte vorher immer, was das soll, sich zu verkleiden und an den Straßenrand zu stellen. Jetzt habe ich aber selbst miterlebt, das es ein Fest der Vielfalt ist, bei dem jeder willkommen ist und man gemeinsam einfach eine gute Zeit verlebt. Für ein paar Tage ohne Mauern im Kopf. Für ein paar Tage eine bunte Welt, in der jeder angenommen ist.
Das wünsche ich mir eigentlich auch für den Alltag.
Auf Facebook teilen
»Beichte« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.02.2020 gesendet.
Der Track „Bei dir“ von Felix Kummer, dem Sänger von Kraftklub, gefällt mir. Er hat einen satten Sound und gute Lines und er ist persönlich. In einem Interview hat er mal gesagt, dass er da über seine Jugend nachdenkt. Mir gefällt am Track, dass es darum geht ehrlich zu sich selbst zu sein.
Für mich hat der Track was von Beichten. Ich verstehe unter beichten, dass ich mir Gedanken darüber mache, was mich beschäftigt, bedrückt und darüber wo ich mir selbst im Weg stehe. Dann spreche ich mit einer neutralen Person darüber, mit meinem Pfarrer vor Ort. Und ich merke jedes Mal, wie gut mir das tut und wie sich ein innerer Knoten löst. Aber vorher überlege ich mir, was ich erzähle. Dabei bin ich auch ehrlich zu mir selbst und schreibe es auf. Wenn ich darüber ein Lied machen würde, klänge es ähnlich wie das von Felix Kummer. Denn wie im Track überspiele auch ich meine Unsicherheit, verstelle mich manchmal und bin nicht echt. Da enge ich mich selbst ein, statt so zu sein wie ich bin. Und deshalb brauche ich auch in meinem Leben Menschen, die mich reparieren, verändern und mich so zu sagen reseten. Wo ich geborgen bin und die mich aufbauen. Der Track von Kummer schildert für mich halt das, was in mir beichten auslöst: Felix sagt: „Denn bin ich bei dir, ist alles anders, inklusive mir - bin ich ein bisschen repariert.“
Auf Facebook teilen
»Sonntag« von Tobi   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.02.2020 gesendet.
Ich liebe Sonntage. An Sonntagen ist irgendwie alles langsamer. Da haben die Läden zu. Kaum jemand ist in der Stadt unterwegs. Die Busse fahren seltener. Ich merke da richtig wie so eine ganze Stadt durchatmet.
Und ich glaube das ist kein Zufall. Ich glaube, dass Gott uns bewusst so geschaffen hat, dass wir einen Tag Ruhe brauchen. Dass uns das gut tut. Nur fällt mir das heute oft ganz schön schwer. Mein Handy macht sonntags keine Pause. Die Pushnachrichten kommen trotzdem. Emails erscheinen auf meinem Display. Anfragen für die nächste Woche lassen mir keine Ruhe. Und es gibt ja auch viele Menschen, die sonntags arbeiten müssen.
Richtig ruhig werde ich erst dann, wenn ich das alles loslasse. Ich erhole mich zum Beispiel bei einem Gottesdienstbesuch. Aber da geh ich auch nicht immer hin. Manchmal lese ich auch einfach ein Buch. Oder chill mit meiner Freundin und schau ne Serie. Dann wird der Sonntag wirklich zu einem Erholungstag.
Nach so einem Sonntag bin ich wieder fit. Die neue Woche kann losgehen. Mal schauen, was sie bringt.
Auf Facebook teilen