Ich hatte vor kurzem Geburtstag. Ich bin fünfundzwanzig geworden. Ein viertel Jahrhundert. Klingt irgendwie echt alt. Aber irgendwie auch nicht.
Wenn ich so zurückdenke, habe ich ja schon echt viel erlebt. Ich habe viele Freunde gefunden. Ich habe durch meinen Beruf Menschen beeinflusst. Als Sozialarbeiter unterstütze ich Menschen, die es brauchen. Und ich glaube, die würden mich schon vermissen, wenn ich nicht mehr da wäre. Deshalb fühle ich mich gebraucht. Habe das Gefühl, dass ich wichtig bin.
Andererseits denke ich manchmal auch: So bedeutend bist du halt auch nicht. Menschen gibt es seit etwa 40.000 Jahren. Und ich bin 25. Wenn ich etwas nicht mache, dann machts halt jemand anderes. Das klingt jetzt vielleicht erst mal negativ. Ist es für mich aber gar nicht. Ich finde beides wichtig.
Auf der einen Seite ist das, was ich mache, relevant. Es macht einen Unterschied, ob ich zum Beispiel meine Arbeit mache oder lasse. Auf der anderen Seite bin ich nur ein Teil des Ganzen. Nach mir wird es andere Menschen geben. Und es gibt noch Größeres und Wichtigeres als mich. Für mich ist das Gott. Ich glaube, er war schon immer da; seit es die Welt gibt. Und wird auch noch lange nach mir da sein. Im Vergleich dazu bin ich echt unwichtig. Das finde ich aber eigentlich ganz entspannend. Denn das heißt: Ich muss nicht alles selber machen und kann gar nicht alles alleine schaffen. Es gibt noch mehr als mich. Und doch bin ich wichtig!