Heute ist Buß- und Bettag. Buße – das klingt ja so nach Strafe. Geldbuße zum Beispiel. Am Buß- und Bettag geht es aber nicht darum, jemanden zu bestrafen.
Buß- und Bettage gab es in der Geschichte immer wegen besonderen Notständen oder Gefahren. Die Menschen sollten über ihr Verhalten nachdenken, es ändern und viel beten. Sie sollten einsehen, dass sie viel falsch gemacht haben. Das nennt man Buße tun. Man glaubte, so könne die Gefahr vielleicht abgewendet werden. Daran erinnert der Buß- und Bettag. Insofern ist der Tag dieses Jahr vielleicht sogar besonders wichtig. Covid19 ist ja eine neue Gefahr für uns. Aber kann man diese Gefahr jetzt wegbeten? Können wir sie abwenden, wenn wir Buße tun? Ich denke nicht. Ich glaube auch nicht, dass man jemand für Corona verantwortlich machen kann.
Trotzdem finde ich es gut, dass es den Buß- und Bettag gibt. Einen Tag, an dem ich darüber nachdenke, was ich besser machen könnte. Und ich finde, in dieser Pandemiezeit wurden ja auch so manche Missstände offensichtlich. Zum Beispiel in der Fleischindustrie. Die Arbeitsbedingungen sind teilweise echt schlimm. Deshalb will ich in diesem Punkt umdenken. Ich will nur noch Fleisch kaufen, das unter anständigen Bedingungen – für Mensch und Tier – produziert wurde.