Abgesagt. Als es mit Corona im März richtig los ging, habe ich dieses Wort ständig irgendwo gehört. Klar, in der Zeit des Lockdowns waren gemeinsame Treffen oder Veranstaltungen so gut wie unmöglich. Aus guten Gründen.
Jetzt, viele Monate nach dem Lockdown begegnen mir solche Absagen aber immer noch häufig. Obwohl die Corona-Verordnungen es zulassen, tun sich viele Leute mit der Planung schwer und sagen deshalb lieber gleich die ganze Sache ab.
Corona klingt für mich dann oft wie eine Ausrede. Ausreden sind für mich in vielen Situationen eine Art Notausgang: Wenn eine Sache mich fordert, wenn etwas unangenehm oder schwierig wird, dann kann ich sagen: „Das ist viel zu schwierig“ oder „Dafür hab ich nicht genug Zeit“ und zack, habe ich viel weniger Arbeit.
Jetzt habe ich trotz Corona wieder Aktionen geplant und gemerkt: es macht Spaß, das, was möglich ist, in die Hand zu nehmen. Zum Beispiel in der Kirche: Da haben wir einen tollen Tag mit Freizeitaktionen für Kinder und Jugendliche auf die Beine gestellt.
Ob es um das Organisieren einer Aktion unter Coronabedingungen geht oder um andere Dinge, die mich herausfordern: Ich will mich nicht von meinen eigenen Ausreden ausbremsen lassen, sondern das versuchen, was aus guten Gründen möglich ist.