Corona, Corona, was bringst du nur alles durcheinander. Auch die Art, wie und wann ich meinen Glauben mit anderen lebe. Plötzlich kann ich nicht mehr in n Gottesdienst gehen und mit Freunden und Familie das Leben feiern. Auch die Hochzeit meiner Freundin is jetzt nicht. Verschoben auf bislang unbekannt. Gemeinsam zusammenkommen, Brot teilen, sich die Hände schütteln, neben anderen sitzen und spüren, dass man nicht allein ist. All das tabu.
Tja, wenn ich all das brauch, dann heißt’s das wohl jetzt, dass ich auf andere Formen von Gebet und Gemeinschaft ausweichen muss. Und da glaub ich, gibt’s grad auch eine große Chance für etwas andere Wege, wie ich mich mit anderen verbinden kann. Es gibt viele kleine Signale, die mir zeigen: „Hey, du bist nicht allein, auch wir beten.“ Und das außerhalb der Kirchenmauern. Wege, die einfach mehr nach außen hin denken. Gerade in diesen Tagen, wo ich viel zu Hause bin, krieg ich nämlich ganz viel von draußen mit. Da sind z.B. die Kirchenglocken am Sonntagmorgen. Weil kaum Autos rumfahren höre ich sie jetzt deutlicher. Und ich höre zudem, wie sich jemand die Mühe macht und eine Posaune vom Kirchturm spielt. Oder abends sehe ich in den Fenstern meiner Nachbarn Kerzen leuchten. Egal wie und wo: Ich merke, ich bin mit meinem Glauben nicht allein. Wir sind auch über verschlossene Türen hinweg eine Gemeinschaft.