Kevin hat 23 Persönlichkeiten. Um ihn geht es in dem Film Split. Kevin hat eine multiple Persönlichkeitsstörung und die vielen Personen, die in ihm wohnen, sind teilweise ganz schön unterschiedlich. Manchmal ist Kevin z.B. ein kleiner, verspielter Junge, dann wieder eine strenge ältere Frau.
Es gibt in Kevin auch Persönlichkeiten, die nicht besonders sympathisch, sogar gefährlich sind. Aber sie alle sind da, um Kevin zu beschützen und eine bestimmte Funktion in seinem Leben zu erfüllen.
Auch wenn ich keine multiple Persönlichkeitsstörung wie Kevin habe – ich erlebe doch oft sehr unterschiedliche Seiten an mir. Und manche dieser Anna-Seiten kann ich nicht besonders gut leiden. Z.B. die Sorgen-Anna, die sich viele Gedanken macht, anstatt selbstbewusst und entschlossen durchs Leben zu gehen. Oder die Panik-Anna, die sich leicht erschreckt und dann kopflos wird, anstatt cool zu bleiben.
Aber was wäre, wenn ich diese Seite von mir mal nicht nur genervt, sondern freundlich in den Blick nehmen würde? Dann könnte ich mich z.B. fragen, welche Funktion die Sorgen-Anna hat, warum sie da ist und ob sie mich vielleicht sogar beschützt? Der Film hat mich dazu gebracht, auch meine schwierigen Seiten besser kennen zu lernen. Das ist anstrengend, überraschend. Manchmal erschreckend, aber auf jeden Fall lohnt es sich.