Wenn ich für die Arbeit was auf dem Laptop schreiben muss, schreibe ich meistens erst einmal, was mir spontan in den Kopf kommt. Dann sehe ich es schwarz auf weiß und denke manchmal sofort: „Was für ein Schwachsinn. Lösch das bloß schnell.“ Ich drücke „Steuerung-Z“ und schon ist es weg. Als wäre nie etwas gewesen. Manchmal wünsche ich mir, es gäbe so etwas wie „Steuerung-Z“ auch im echten Leben.
Wenn mir zum Beispiel eine Bemerkung herausrutscht, die für eine Freundin verletzend wirkt. Ich merke schon in dem Moment, in dem ich spreche: „Oh shit, das war dumm.“ Ich kann dann anschließend sagen, dass ich die Bemerkung zurücknehme und dass es mir leidtut. Aber komplett rückgängig machen, als wäre nie etwas gewesen… das geht nicht. Ich kann auch nicht selbst dafür sorgen, dass meine Freundin mir verzeiht. Verzeihen funktioniert ja nicht wie eine Tastenkombination nach dem Motto: Ich entschuldige mich und alles ist automatisch vergeben und vergessen. Vergebung kann ich nicht herstellen. Ich kann meinen Fehler nur zugeben und auf Verzeihung hoffen.
Als Christin spielt für mich immer auch noch Gott eine Rolle, wenn ich etwas falsch mache. Auch bei ihm funktioniert Vergebung nicht automatisch. Aber ich glaube daran, dass Gott barmherzig mit mir ist. Wenn mir wirklich leidtut, was ich gesagt oder getan habe, bin ich mir sicher, dass er mir vergibt. Ich weiß, dass ich ständig Fehler mache. Deshalb ist mir mein Glaube so wichtig. Ich fühle mich frei, weil ich weiß: Ich muss mit meiner Schuld nicht ewig leben. Gott vergibt mir. Als ob er es löschen könnte. Wie bei „Steuerung-Z“.