Als Christ bin ich getauft. An meine Taufe kann ich mich nicht mehr erinnern, weil ich ein kleines Baby gewesen bin. Aber ich war letztens bei der Taufe meiner Schwägerin, Samantha. Dabei habe ich gesehen, wie das eigentlich abläuft:
Der Pfarrer übergießt sie mit Wasser, weil Wasser ein Zeichen für das Leben ist. Und dann hat der Pfarrer mit einem besonderen Öl ihr ein Kreuzzeichen auf die Stirn gegeben. Er hat dazu gesagt, dass sie jetzt, wie alle Christen eine Prophetin ist.
Das ist mir bisher gar nicht so richtig bewusst gewesen. Aber mir gefällt die Vorstellung, dass in jedem Christen ein kleiner Prophet steckt. Propheten sind nämlich Menschen die dafür sorgen, dass die Menschen gut miteinander umgehen. Sie weisen darauf hin und setzen sich dafür ein. Und sie orientieren sich an der Hoffnung auf Gott und daran, dass die Welt im Kern gut geschaffen ist.
Und wenn ich also auch ein Prophet bin, dann hab ich im Alltag einen Auftrag: Mich für Schwache einzusetzen oder wenn jemand aus dem Team ausgegrenzt wird und wenn andere lächerlich gemacht werden. Da nicht mitzumachen, sondern mich für diese Leute stark zu machen und für sie da zu sein. Das wäre dann meine Aufgabe.
Weil in jedem Christen ein kleiner Prophet steckt, auch in mir.