Mein Handy klingelt und meine Freundin ist dran: Sie fragt mich nach der Größe meines Kühlfachs und ob ich denn noch Platz darin hätte? Zögerlich antworte ich ja und bin mir nicht sicher, was als nächstes kommt. Und dann geht’s plötzlich ganz schnell. Sie erzählt in einem Supermarkt sind die Kühltruhen ausgefallen und jetzt muss das Essen entsorgt werden. Sie will möglichst viel davon retten. Es gibt verschiedenes und sie bringt es demnächst vorbei.
Inzwischen meldet sie sich immer mal wieder, denn meine Freundin ist Food Saver, also Essens-Retter. Sie ist bei einer Gruppe aktiv, die bei uns in der Stadt verschiedene Restaurants, Bäckereien und andere Geschäfte abklappert. Mit dem Gedanken: Essensreste retten, bevor sie in der Tonne landen. Die Gruppe hat sich organisiert: Wann hat wer Zeit und kann wo hingehen. Regelmäßig. Die Geschäfte melden sich sogar inzwischen bei ihnen und geben Bescheid, ob und was da ist. Und dann schwärmt die Gruppe aus und rettet Essen, um es anschließend mit Freunden und der Family zu teilen.
Da geht’s nämlich nicht um Betteln, sondern einfach darum, dass Essen nicht im Müll landet. Weil Essen wertvoll ist und nicht selbstverständlich. Und irgendwo mag’s vielleicht ein anderer noch haben.