Mein kleiner Neffe wird bald getauft. Ich freue mich schon richtig darauf, auch weil ich seine Taufpatin sein darf. Für mich ist das eine ganz besondere Ehre, dass meine Schwester und ihr Mann mich als Patin gefragt ausgewählt haben.
Manche finden das ja überflüssig. Andere denken, dass Paten für das Patenkind sorgen sollen, falls den Eltern etwas zustößt. Meine Schwester hat mich aber gefragt, weil sie und ihr Mann wollen, dass ich für meinen Neffen nicht nur als Mensch ein Vorbild bin, sondern auch als Christin.
Und das finde ich gar nicht so einfach – Vorbild zu sein. Ich bin ja auch nicht perfekt und zweifle oft an Gott. Manchmal streite ich mich sogar richtig mit ihm. Ich würde sagen, dass es bei ihm ist wie bei einem guten Freund. Wir streiten uns, wir verlieren uns manchmal eine Zeit lang aus den Augen, aber ich bin doch sehr froh ihn zu haben.
Ich möchte meinen Neffen daran teilhaben lassen, was es für mich bedeutet gläubig zu sein. Ich weiß natürlich nicht, ob er selbst später gläubig wird. Aber ich möchte ihm auf jeden Fall bei Fragen weiterhelfen und ihn begleiten, wenn er mal nicht mehr weiterweiß. Ich möchte vor allem eins – ganz egal was ihn beschäftigt, immer für ihn da sein.