Sie findet es großartig, dass ich mit meinem eigenen Becher komme und einen Coffee-To-Go bestelle. Dafür schenkt mir die Verkäuferin sogar einen Keks.
Dann erzählt sie mir stolz, sie hätten ja auch Mehrwegbecher im Angebot. Weil Müllvermeiden ist doch besser für die Umwelt. Ne tolle Sache, aber die Kunden müssten halt auch mitmachen. Viele haben tatsächlich auch schon den Becher, der liegt aber bei ihnen zu hause. Man müsse eben drandenken.
Man müsste – Ich müsste. Ich nicke. Ja, kenn ich. Geht mir mit manchen Dingen genauso. Ich müsste eigentlich mal wieder aufräumen oder ins Training.
Wie oft sag ich „ich müsste“? Wahrscheinlich zu oft! Und Ausreden finde ich immer. Alles wahrscheinlich eine Frage des Selbstverarschens. Nur warum? Wenn ich etwas will, dann kann ich’s doch durchziehen oder eben lassen. Muss mir dann aber nicht einreden „ich müsste“. Also sag ich mir: „Ich mach das jetzt!“ und bleibe dran, immer und immer wieder.
Mit dem Becher hat’s bei mir funktioniert, weil ich’s mir ganz praktisch antrainiert habe: Mein Morgentee ist mir oft einfach noch zu heiß und stehen lassen will ich ihn nicht. Also Tee in Becher, unterwegs austrinken und später dann Kaffee holen. Seitdem ist der Becher regelmäßig mit dabei.
Man müsste… ich müsste mal wieder… ja was denn eigentlich? Und warum tue ich es nicht schon längst?