Ich stehe vor der Geburtskirche in Bethlehem und komme mir plötzlich wie ein Riese vor. Die Kirche liegt dort, wo Jesus angeblich geboren worden ist, und die Eingangstür sieht aus wie ein Scherz. Sie ist nämlich mega klein, grade mal 1, 30 m hoch.
Für mich ist diese kleine Tür ein schönes Bild für das, was an Weihnachten passiert ist: Gott wird Mensch und zeigt mir im Jesus-Baby, wie klein er sich machen kann.
Dabei stelle ich mir Gott oft ganz anders vor: riesig groß, unendlich stark. Dass er mich und die ganze Welt beschützen und dass ihm keiner was anhaben kann.
Ein kleiner Gott – was will der mir schon sagen?
In meinem Alltag will ich nicht klein und schwach sein, sondern vor allem meine starken Seiten zeigen. Manchmal übertreibe ich es damit. Z.B. als ich letztens mit einer Kollegin diskutiert habe. Ich wollte unbedingt meine Meinung durchdrücken, die Stärkere sein. Dabei habe ich gar nicht gemerkt, dass ich meine Kollegin richtig platt gemacht habe.
Wenn Gott sich an Weihnachten so klein macht, dann heißt das für mich: Klein ist ok. Du musst nicht immer die Stärkere sein. Du musst nicht nur an dich denken. Wenn ich es schaffe, auch mal klein beizugeben, ist das eine starke Leistung. Der Mini-Eingang in Bethlehem ist da ganz klar: klein kann ganz groß sein.