Es ist Winter und draußen manchmal ziemlich eklig. Trüb und kalt und oft neblig. Nebel. Der dafür sorgt, dass ich nicht so klar sehen kann. Ich kann nicht alles erkennen. Nur so weit, wie es der Nebel halt zulässt. Alles andere ist irgendwie trüb. Aber eigentlich mag ich das. Mir gefällt Nebel, weil es in der Bibel eine Stelle gibt, die meinen Blick auf Gott so ähnlich beschreibt. Da heißt es, dass ich Gott bisher nicht ganz sehen kann, sondern nur wie durch einen trüben Spiegel. Neblig eben.
Für mich stecken da drei Dinge drin. Zum einen: Ich kann Gott bisher nicht in seiner ganzen Größe erkennen kann. Da ist er einfach viel zu groß für. Zum anderen: Ich weiß, dass nach dem Winter der Frühling kommt. Und die Sonne wieder scheint. Und damit dann auch der Nebel wieder weg geht. Das heißt irgendwann kann ich dann auch Gott mal ganz klar sehen. Versteh dann vielleicht endlich das, was ich bisher nicht verstehe. Warum es zum Beispiel so viel Leid auf der Welt gibt. Das dritte finde ich aber am wichtigsten: Ich kann ihn überhaupt sehen, weil er ganz nah bei mir ist. Das gibt mir Kraft. Nicht nur an trüben und nebligen Wintertagen.