„Bei der Verteilung der Menschen mit Fluchterfahrung muss Europa mehr Solidarität zeigen.“ So die Schlagzeile in der Zeitung. Was bedeutet das? Und was ist eigentlich Solidarität?
Im Christentum gibt es ein anderes Wort für Solidarität: Nächstenliebe. Solidarität heißt: „Liebe deinen Nächsten oder deine Nächste!“ Aber wer genau ist denn jetzt mein Nächster oder meine Nächste? Ist das meine Familie, meine Freunde oder meine Nachbarinnen?
Dazu erzählt Jesus eine Geschichte in der Bibel: Ein Mann wird auf einer Reise von Räubern überfallen und zusammengeschlagen. Die Räuber hauen ab und lassen den Mann blutend am Boden liegen. Zwei Personen kommen vorbei, die den Mann zwar sehen, aber schnell vorbei gehen. Erst die dritte hilft dem Mann. Sie bringt ihn ins nahegelegene Gasthaus und zahlt sogar für seine Behandlung.
Ein vollkommen fremder Mensch hat dem Mann das Leben gerettet. Hat ihm geholfen, als es ganz dringend war.
Für mich heißt das: jeder Mensch, der meine Hilfe braucht, ist mein Nächster oder meine Nächste. Und Nächstenliebe beziehungsweise Solidarität heißt: Ich helfe diesem Menschen.
Jetzt ist die Schlagzeile in der Zeitung auch verständlich: Alle Länder der europäischen Union sollen zusammenarbeiten. Sie sollen Menschen helfen, die tatsächlich in großer Not sind, weil sie aus ihrem Heimatland fliehen mussten. Natürlich ist das eine große Herausforderung. Aber ich glaube: gemeinsam können wir das in der EU schaffen und Nächstenliebe zeigen. Unsere Solidarität ist gefragt!