Wenn ich den ganzen Tag gearbeitet habe und dann auf dem Weg nach Hause noch kurz vor Ladenschluss in den Supermarkt renne, bin ich manchmal ganz schön ernüchtert. Die Gemüseauslagen sind wie leergefegt und es liegen nur noch ein paar schrumpelige Paprika in der Ecke. Ich kann zwar schon noch etwas finden, das ich kaufen kann, aber jedenfalls nicht das, was auf meinem Einkaufszettel steht – ätzend! Wenn ich einkaufen gehe, erwarte ich prall gefüllte Regale, egal ob ich morgens um 8 oder kurz vor Ladenschluss komme. Zumindest zeigt mir das meine Enttäuschung darüber, dass kaum noch etwas da ist. Cool ist diese Erwartung aber eigentlich nicht. Denn gleichzeitig bin ich natürlich dagegen, dass Lebensmittel, die abends noch übrig sind, weggeschmissen werden. Nur beides gleichzeitig: volle Regale kurz vor Ladenschluss und keine Lebensmittel im Müll – das geht nicht. Ich kann jetzt entweder zu anderen Zeiten einkaufen oder mich damit abfinden, dass eben nicht alles immer verfügbar ist. Ich gehe einfach mal ohne Einkaufszettel los und improvisiere mit dem, was da ist. Vielleicht kann ich dann sogar noch die schrumpelige Paprika vor der Mülltonne retten.