Wir sind auf Familienurlaub in Österreich. Meine kleine Nichte und ich machen einen Spaziergang und unterhalten uns über alles Mögliche. Emelie ist drei Jahre alt und einfach nur total niedlich. Irgendwann stehen wir vor der kleinen Dorfkirche.
Emelie fragt: „Was ist das?“
Ich überlege kurz und antworte: „Da wohnt der liebe Gott.“
Sie schaut mich kritisch an und fragt:
„Kennst du den?“
„Wen?“, frage ich, etwas irritiert, „Gott?“
Emelie nickt.
Ich muss lachen, und dann grüble ich.
Klar, wenn man weiß, wo jemand wohnt, dann muss man den ja wohl irgendwoher kennen. Das hat meine Nichte schon richtig gecheckt. Und sie hat genau die richtige Frage gestellt: Kennst du Gott?
Tja, kenne ich Gott?
Gesehen habe ich ihn jedenfalls noch nie, aber wie man ihn kennenlernt, weiß ich glaube ich schon: Wenn man, wie meine kleine Nichte anfängt, nach ihm zu fragen.
Man kann Gott bestimmt durch viele Dinge kennen lernen: die Bibel zum Beispiel oder andere Leute, die an Gott glauben. Aber ganz am Anfang, wenn ich jemanden kennenlernen will, muss ich selbst Fragen stellen:
Wer ist Gott? Wie ist der so und wo wohnt der eigentlich?
Meine Nichte hat mir mit ihren drei Jahren eine echte Weisheit aufgedeckt: Wer nach Gott fragt, fängt schon an, ihn kennenlernen.