In meinem Bekanntenkreis haben sich im letzten halben Jahr zwei Menschen das Leben genommen.
Ich bin schockiert gewesen. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet.
So ging es uns allen im Bekanntenkreis – wir sind überrascht und fassungslos gewesen.
Wir haben versucht, so gut es geht Abschied von den Beiden zu nehmen. Aber das ist sehr schwer gewesen. Manche waren sauer auf die Verstorbenen und ein anderer Freund sagte, er kann nicht trauern. Er findet, es ist eine Sünde, wenn jemand Selbstmord begeht.
Diese Aussage hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich weiß, dass es im Christentum bis vor einigen Jahren so gesehen wurde. Und ja – ich kann das nachvollziehen. Das Leben ist ein Geschenk, das ich von Gott erhalte und das ist unendlich wertvoll.
Aber wenn Menschen so verzweifelt sind, dass sie sich das Leben nehmen, dann kann Gott das nicht gleichgültig sein. Ich kann und will nicht an einen Gott glauben, der Menschen verstößt, die aus Verzweiflung diesen Weg gehen. Oder wenn jemand unter einer Depression leidet, kann es zur Krankheit gehören, dass sich einer das Leben nimmt.
Ich wünsche mir, dass für niemanden die Lösung für ein Problem ist, dass er sich das Leben nimmt. Sondern jeder jemanden hat, der ihn durchs Leben trägt.
Ich hoffe, dass meine beiden Bekannten ein besseres Leben bei Gott gefunden haben. Und dass Gott keinen im Tod fallen lässt.