Die ersten Wochen des Jahres sind vorbei und viele meiner Freunde reden noch über die Vorsätze, die sie sich für 2019 überlegt haben. Fast alle wollen mehr Sport machen, manche weniger Fastfood essen und mehr selbst kochen. Disziplinierter werden und Arbeiten nicht bis zur letzten Minute aufschieben.
Die letzten Jahre habe ich das auch immer so gemacht, aber für dieses Jahr habe ich mir mal keine Vorsätze überlegt. Ja, auch mir würde es guttun, wenn ich mich mehr bewegen würde. Oder wenn ich mir jeden Tag eine halbe Stunde zum Meditieren oder Beten nehmen würde. Aber ganz ehrlich, das hat noch nie funktioniert. Die ersten Wochen bin ich immer ganz euphorisch gewesen, voller Tatendrang. Ich hab gedacht: „Jetzt bekomme ich endlich mal mein Leben auf die Reihe, werde super sportlich und gleichzeitig tiefenentspannt; dieses Jahr wird alles anders.“ Aber irgendwann hab ich immer gemerkt, dass sich mit dem Jahreswechsel eben doch nicht alles ändert. Dass meine Arbeit immer noch genauso stressig ist wie im Jahr davor und ich auch nicht mehr Kraft habe, um abends noch eine Runde laufen zu gehen. Das ist frustrierend gewesen. Und genau deshalb habe ich es dieses Jahr anders gemacht. Ich lasse das mit den guten Vorsätzen und schaue einfach, was das Jahr so bringt. Dann bin ich nicht enttäuscht, dass es wieder nichts geworden ist. Ich freue mich über jede Veränderung, die im Laufe des Jahres passiert, weil es gerade passt und nicht, weil ich sie erzwinge. Vielleicht ist das ja sogar auch ein Vorsatz.