Es stinkt, überall liegen Arbeitsgeräte herum, es ist dreckig und es zieht. Diese Erfahrung hab ich gemacht, als ich vor ein paar Wochen auf einem Bauernhof im Stall gewesen bin. So ist es eben im Stall!
Ich muss da immer wieder dran denken, wenn ich jetzt im Advent die Krippen in den Schaufenstern stehen sehe. Die sehen eigentlich immer ganz einladend aus. Sauber und mit ein paar netten Tieren, in ein warmes, gemütliches Licht getaucht. Und in der Mitte ein lächelndes Jesuskindchen.
Keiner weiß, ob Jesus wirklich in einem Stall geboren worden ist. Aber viel wichtiger finde ich, was die Geschichte von seiner Geburt über ihn aussagen will. Ich glaube, dass es dabei um genau die Erfahrung geht, die ich gemacht habe: Ein Stall ist kein Ort, an dem eine Frau ein Kind zur Welt bringen will. Niemand der eine Wahl hat, würde sich dafür entscheiden. Wenn ich allein schon daran denke, wie unhygienisch das ist. Aber die Bibel erzählt, dass das Leben Jesu in einem Stall anfängt. Für mich heißt das: Gott steht auf der Seite der Menschen, die nicht wählen können, wie sie leben wollen; weil sie arm sind oder unterdrückt werden. Er ist bei den Menschen, die unter unmenschlichen Bedingungen leben müssen.
Ich denk darüber nach, wer diese Menschen heute sind.
Menschen, die ausgebeutet werden von Konzernen oder die Hunger leiden müssen, weil der Klimawandel ihnen die Lebensgrundlage nimmt.
Ich finds wichtig, dass ich an diese Menschen denke. Immer, aber besonders an Weihnachten.