Es ist Heilig Abend. Ich sitze in der Kirche und die Weihnachtsgeschichte wird vorgelesen. Den ganzen Tag sind meine Familie und ich durch das Haus gewuselt.
Jetzt endlich gibt es nichts mehr tun und ich höre einfach nur zu.
„Alle Jahre wieder“ dieselbe Geschichte: Die Stunde kommt und Maria bringt den kleinen Jesus zur Welt. Aber anstatt in ein schön gemachtes Bett, muss sie ihn in eine Futterkrippe legen. Weil in der Herberge kein Platz für sie ist.
Weil in der Herberge kein Platz für sie ist?! Diese Worte treffen mich dieses Jahr irgendwie mit voller Wucht. Da wartet doch die Menschheit auf Gott. Aber wenn es soweit ist, dann hat sie keinen Platz für ihn?
Habe ich in meinem Leben Platz für Gott? Oft bin ich ja ganz schön mit mir selbst beschäftigt. Klar, da gibt es ja auch so viele Dinge, Termine und Pläne. Wie schaffe ich da noch Platz für Gott?
Für Gott Platz zu machen, heißt für mich, ihn in mein Herz zu lassen. Dass kann ich z.B., wenn ich mir Zeit nehme, zu beten. Dann höre ich ganz bewusst in mich hinein und manchmal entsteht sowas wie ein Gespräch mit ihm.
Gott in mein Herz zu lassen, heißt für mich aber auch, mir für einen Freund Zeit zu nehmen, der grade eine Krise hat.
Nicht nur meine eigenen Wünsche und Pläne zu verfolgen, sondern auch den Menschen um mich herum Raum und Zeit zu schenken – so schaffe ich in meinem Leben Raum für Gott.