Ich wohne etwa 400 Kilometer von meinen Eltern weg. Manchmal bin ich traurig darüber. Ich kann nicht mal schnell meinen Eltern was zu essen vorbeibringen oder sie unterstützen.
Ich glaube es geht vielen Menschen so. Wegen des neuen Jobs oder wegen der eigenen neuen Familie können sie nicht in der Nähe ihrer Eltern sein.
Daher finde ich es schön, das, was Familie ausmacht, auch mit anderen Menschen zu teilen.
Ich kenne ein Paar, das eine „Ersatzoma“ für ihr Kind gesucht hat. Ihnen ist es wichtig, dass ihr Kind auch von einem älteren Menschen etwas lernt. Sie haben tatsächlich eine ältere Frau gefunden. Die Frau ist in einer ähnlichen Situation: Ihre eigenen Enkelkinder wohnen nicht in der gleichen Stadt, sondern sind weit weg. Mittlerweile sagen sie, sie sind Familie füreinander geworden. Sie verbringen Zeit und unterstützen sich gegenseitig. Auch ohne miteinander verwandt zu sein. Ich finde das schön – und meine ursprüngliche Familie verliere ich dadurch ja auch nicht…
Klar – es muss auf der persönlichen Ebene passen. Aber ich kann mir das gut vorstellen. Wenn ich schon nicht für meine eigene Familie da sein kann, warum dann nicht für andere? Ich könnte einkaufen gehen, einen Lebensratschlag bekomme und schöne Momente teilen.