Vor ein paar Wochen habe ich mit einer Bekannten gesprochen. Ich muss immer wieder daran denken. Sie hat mir erzählt, dass sie Angst hat vor dem Islam und den Muslimen, die in Deutschland leben. Sie denkt, dass Muslime ganz andere Werte haben als zum Beispiel Christen und wir deshalb nicht zusammenleben können.
Ich selbst habe schon ganz anderes erlebt. Ich habe Muslime kennengelernt und wir haben uns unterhalten über unsere Religionen: Den Islam und das Christentum. Wir haben festgestellt, dass es zwar viele Unterschiede gibt, aber auch einige Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel, dass beide Religionen ihre Wurzeln auf die Geschichte Abrahams zurückführen. Und es gibt auch bei den grundlegenden Werten viele Ähnlichkeiten. Im Alten Testament heißt es zum Beispiel: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Und vom Propheten Mohammed ist der Satz überliefert „Keiner von Euch hat den Glauben erlangt, solange ihr für euren Nachbarn nicht liebt, was ihr für euch selbst liebt.“ Das klingt doch wie unser Gebot der Nächstenliebe. Und Die Wohltätigkeit gegenüber Bedürftigen ist eine der fünf Säulen des Islams. Wie bei uns Christen.
Ich glaube, dass es hilft, wenn ich auf diese Gemeinsamkeiten schaue. Und im Gespräch bleibe. Weil ich so auch einen Weg finde, mit den Unterschieden umzugehen. Ohne Angst. Um dann gemeinsam herauszufinden, wie wir miteinander leben wollen.