DASDING Kreuz&Quer http://www.kreuzquer.info Religion mal anders. Spannend, unaufdringlich, informativ und unterhaltsam. Mit DASDING Kreuz&Quer liefern dir junge Menschen täglich religiöse Beiträge auf dem SWR-Radiosender DASDING. Vertrauen http://www.kreuzquer.info/rss/../index.php?inhalt=beitraege&id=1570 Sun, 05 Feb 2012 10:00:00 +0200 Jonathan Wirklich öko http://www.kreuzquer.info/rss/../index.php?inhalt=beitraege&id=1569 Bio, ökö, Nachhaltigkeit- alles enorm in. Viele kaufen Biomüsli, trennen den Müll und tragen schicke Designerkleider aus recykelten Materialien. Nie ist es einfacher gewesen so richtig zu leben. Aber sind es nicht dieselben Leute, die für einen Wochenendtrip nach Paris das Flugzeug nehmen? Oder für 3 Wochen Urlaub 2 Mal den Antlantik überqueren? Ich finde, Nachhaltigkeit und Klimaschutz konsequent zu leben hat auch unbequeme Seiten: Zum Beispiel bin ich demletzt ätzende 25 Stunden lang im Zug gesessen anstatt 1,5 Stunden im Flugzeug. Mir fällt es immer besonders schwer auf etwas zu verzichten, dass eigentlich möglich ist. Wie auf das Fliegen. Aber ich habe mir vorgenommen, mich nicht länger auf meinem Etikett: „Bioladenkundin“ auszuruhen. Ich werde also auch in Zukunft versuchen aufs Fliegen zu verzichten. Zu einem echten Ökodasein gehören eben auch die unbequemen Seiten. Lasst uns Zugtickets buchen! Sat, 04 Feb 2012 06:00:00 +0200 Yvonne Die alte Dame http://www.kreuzquer.info/rss/../index.php?inhalt=beitraege&id=1568 In der Wohnung über meiner WG wohnt eine alte Dame. Sie ist 89 Jahre alt, geistig immer noch topfit und wirkt, als hätte sie in ihrem langen Leben schon jede Menge erlebt. Meine Mitbewohnerin und ich haben sie neulich zu uns zum Kaffee eingeladen. Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt geredet und irgendwann ist meiner Mitbewohnerin und mir klar geworden: Die Frau, die da vor uns sitzt, hat mit den Nazis sympathisiert. Und wahrscheinlich denkt sie immer noch so. Die Art und Weise, wie sie vom zweiten Weltkrieg erzählt hat, was sie gesagt hat...keine aktive Faschistin aber eine unbedarfte Mitläuferin. Ich habe nicht gewusst, wie ich reagieren soll. Am liebsten hätte ich gefragt: Wie konnten Sie? Das kann doch nicht sein! Besonders schlimm ich für mich gewesen, dass es keine Anzeichen dafür gegeben hat, dass sich ihre Meinung in den letzten 65 Jahren irgendwie gewandelt hat. Und mir ist auch klar geworden: Ändern können wir sie nicht mehr. Mir hat die Unterhaltung mal wieder vor Augen geführt, dass es die aktive Auseinandersetzung mit dem zweiten Weltkrieg weiterhin braucht. Das wird aber immer schwieriger, weil es Zeitzeugen wie meine Nachbarin bald nicht mehr geben wird. Dann können wir, für die der Krieg weit weg und unbegreiflich ist, unsere Fragen nicht mehr direkt stellen. Deswegen ist das Treffen mit ihr ein gutes Treffen gewesen. Fri, 03 Feb 2012 10:00:00 +0200 Silke Samariter http://www.kreuzquer.info/rss/../index.php?inhalt=beitraege&id=1567 Blutüberströmt liegt er mitten auf dem Weg. Er ist zusammengeschlagen und ausgeraubt worden. Ein Mann kommt vorbei, schaut ihn kurz an und – geht vorbei. Ein weiterer Mann kommt vorbei. Er ist gestresst, muss dringend zu einem Freund. Auch er geht an dem Verletzten vorbei. Dann kommt ein Samariter, ein Mann aus der Gegend von Samaria. Der Samariter sieht verdreckt und arm aus, wie die Gegend selbst. Er sieht den blutüberströmten Mann und – hebt ihn auf sein Pferd. So schnell er kann, bringt er ihn in ein Gasthaus. Dort lässt er Geld für die medizinische Versorgung des Mannes da. Den Wirt beauftragt er mit der Versorgung des Kranken und verspricht dass er bald zurückkommt und alle Unkosten bezahlt. Der Samariter opfert Zeit und Geld für einen völlig Fremden. Er hat keine Zeit. Ist sicher nicht reich. Aber er weiß, dass sein Handeln richtig ist. Diese biblische Geschichte ist alt und ich find sie trotzdem aktuell. „Ausgeraubt und brutal zusammengeschlagen“. Solche Meldungen sind doch fast täglich in den Nachrichten. Aber vor dem Hintergrund dieser Geschichte stellen sich mir drei Fragen: Ist ein Menschenleben nicht mehr wert als Zeit und Geld? Wer wäre an mir vorbeigegangen? Und die dritte und wichtigste Frage: Wäre ich vorbeigegangen? Thu, 02 Feb 2012 13:00:00 +0200 Jeany Unser Star für Baku http://www.kreuzquer.info/rss/../index.php?inhalt=beitraege&id=1566 Zehn Kandidaten haben gesungen, performt und gezittert- Vor allen Dingen gezittert. Denn das neue Abstimmungsverfahren für „Unser Star für Baku“ ist brandneu und knallhart. Beim ersten Livevoting in deutschen Castingshows können die Zuschauer per SMS und Telefon permanent ihre Stimme abgeben. Ich will nicht wissen wie es sich anfühlt auf einer Bühne vor 1000en von Fernsehzuschauern zu stehen und zu sehen wie ich ständig auf – und ab bewertet werde. Ok selber Schuld, muss ja keiner an so was teilnehmen. – Tja, aber vielleicht ist das ja die Chance berühmt und von allen bewundert zu werden. – Ich kann das gut nachvollziehen, wer will das nicht? Auf der anderen Seite wünsch ich mir, dass ich von anderen nicht nur nach meinem Aussehen oder meinen Talenten beurteilt werde. Ich hab mir vorgenommen, deswegen auch andere nicht danach zu beurteilen, wie sie aussehen, was sie können oder wie viele Freunde sie haben. Wie wäre es, wenn das auch für Casting-Shows gelten würde? Wenn man Leute aufbaut, die sich selbst nicht so viel zu trauen? Dann würde es am Ende vielleicht heißen: Zehn Kandidaten haben gesungen, performt und sich gewundert- was sie alles können. Wed, 01 Feb 2012 22:00:00 +0200 Irina