Bei gutem Wetter fahr ich mit meinem Motorrad zur Arbeit. Ich zieh dann immer meinen großen Rucksack auf. Da sind alle Sachen drin, die ich am Tag so brauch. Manchmal ist der Rucksack so richtig vollgestopft und schwer. Der zieht mich dann beim Motorradfahren nach hinten. Und ich bekomm Schulter- und Nackenschmerzen.
Den Rucksack kann ich gut mit schlechten Taten in meinem Leben vergleichen. Alles Miese, was ich mach, ist wie ein schwerer Stein. Und wenn ich etwas Mieses mach, dann lad ich einen Stein in meinen Rucksack. In dem sammeln sich manchmal viele Steine, bildlich gesagt. . Zum Beispiel läster ich manchmal über andere, bin nicht ganz ehrlich oder lüge auch mal. Mich stören die vielen Steine im Rucksack. Ich fühl mich dann nämlich nicht gut, hab ein schlechtes Gewissen. Ich glaube, dass ich Gott all die Sachen sagen kann, ich kann ihm also all die Steine abgeben. Das tut mir gut. Dann ist nämlich auch die Last weg. Dabei möchte ich es aber dann nicht belassen. Ich möchte mich auch bei den Leuten entschuldigen. Dann ist die Sache aus der Welt. Und alles ist wieder gut. Denn ich hab am liebsten einen leeren, leichten Rucksack. Nicht nur auf dem Motorrad.

 

 

Quelle: http://www.kreuzquer.info/?id=3947