Seit ein paar Tagen sind wir in meiner WG ohne Internet. Telefon und Fernseher gehen auch nicht. Digital Detox. Also Fasten auf Digitales. Aber alles andere als freiwillig. Wir haben den Anbieter gewechselt und weil sich alles verzögert, bleiben wir wohl noch einige Wochen offline. Jetzt merk ich erst, wie sehr ich mich daran gewöhnt habe, dass das alles funktioniert. Meine Mitbewohnerinnen sind auch erstmal ratlos gewesen. Wir haben gar nicht gewusst, was wir mit der ganzen Zeit anfangen sollen, die wir auf einmal haben.
Jetzt packen wir Sachen an, die wir schon länger mal machen wollten: Möbel umstellen zum Beispiel. Oder gemeinsam Kochen und Essen. Abends noch ein Glas Wein auf dem Balkon trinken. Wir haben uns alle immer eingeredet, dass wir dafür keine Zeit haben. Aber weil wir jetzt gezwungenermaßen auf´s Internet verzichten müssen, ist uns klar geworden: Wir sind einfach zu bequem und haben deshalb nicht mehr viel miteinander gemacht. Manchmal scheint es für mich einfacher, wenn ich im Bett noch eine Serie schaue, statt mit meinen Mitbewohnerinnen zu reden. Wir haben uns vorgenommen, dass wir das ändern, wenn wir endlich wieder Internet haben.
Serien gucken macht zwar Spaß. Aber auf Dauer sind die Abende, die wir gemeinsam verbringen, viel wertvoller.

 

 

Quelle: http://www.kreuzquer.info/?id=3908