Jetzt im Mai feiern Katholiken den Marienmonat. Ich konnte mit Maria lange nicht besonders viel anfangen. Klar, sie hat Jesus geboren. Aber diese ganzen Geschichten darum, dass sie einfach „Ja“ gesagt hat zu allem, was ihr aufgetragen wurde... Das ist mir irgendwie zu brav. Dass sie damit für mich ein Vorbild sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. In der Bibel verhält sich Maria nämlich auch anders. Da sagt sie: Gott „fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen. Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron und richtet die Unterdrückten auf. Den Hungernden gibt er reichlich zu essen und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.“ Das klingt für mich gar nicht mehr brav und gehorsam. Eher revolutionär. Maria ist hier eine starke Frau, die Visionen für die Zukunft hat. Sie hat keine Angst vor den Machthabern der Welt, sondern greift sie offen an. Zu dem, was ungerecht ist in der Welt, sagt sie eben nicht „ja“. Ich denke da zum Beispiel an die Menschen in Syrien. Sie leiden unter Krieg und Terror, weil Staaten und Politiker ihre Machtpositionen sichern oder vergrößern wollen.
Für solche Menschen hat Maria gesprochen und Gerechtigkeit gefordert.
Und damit ist sie auf jeden Fall ein Vorbild für mich. Und sie macht mir Mut, dass ich mich nicht abfinde mit ungerechten Zuständen. Sondern dass ich die unterstütze, die sich für Gerechtigkeit einsetzen.

 

 

Quelle: http://www.kreuzquer.info/?id=3886