Neulich habe ich mich geekelt. Vor nem Mann. Den habe ich beim Sport gesehen. Er hatte Ausschlag an den Armen und Beinen. Der hat echt übel ausgesehen. Und in dem Moment hab ich mich geekelt. Einfach weil der Ausschlag so schlimm aussah. Ich wollte dem Mann echt nicht zu nahe kommen. Daheim hab ich mich dann mega über mich selber geärgert. Er kann ja nichts für seinen Ausschlag.
„Menschen können nur mit den Augen sehen. Aber Gott sieht das Herz an.“ So heißt es in einem Bibelvers. Wenn ich da an den Mann beim Sport denke, ist da schon was dran. Ich beurteile Menschen eben oft danach, was ich sehe. Da kann es schnell sein, dass ich mich vor kranken oder armen, abgeratzten Menschen ekele. Anzugträger hab ich gleich in der Schublade seriös. Bei jemand, der Baseball-Cap trägt, denk ich, der will auf cool machen. Ich beurteile Menschen in Sekundenbruchteilen. Einfach nur nach dem, was ich sehe. Dabei sagt das ja nichts über den Charakter aus.
Ich werde mein Schubladendenken wahrscheinlich nie ganz los. Aber ich will zumindest versuchen, Menschen nicht mehr so sehr nach ihrem Äußeren zu beurteilen. Klar darf ich einen Ausschlag eklig finden oder einen Anzug schick. Aber das sagt eben noch nichts über die Menschen aus.

 

 

Quelle: http://www.kreuzquer.info/?id=3787