Manchmal ist mein Leben halt kacke. Und das ist auch gut so! Ich sag das, weil ich neulich eine Schulaufgaben-Geschichte gehört habe. Eine Lehrerin teilt weiße Blätter mit einem schwarzen Punkt darauf aus. Die Schüler sollen aufschreiben, was sie sehen. Und klar, alle beschreiben den schwarzen Punkt, aber nicht das weiße Papier.
Eine Interpretation wäre jetzt: Die schwarzen Punkte in meinem Leben kann ich sofort entdecken, die Schönen aber nicht. Also Memo an mich selbst: Schau mal auf die vielen tollen Sachen in deinem Leben.
Diese Interpretation gefällt mir aber nicht so ganz. Gut, dass die schwarzen Punkte nicht mein Leben bestimmen sollen ist das eine. Klingt für mich so, als ob sie in meinem Leben nicht sein dürfen. Dafür ist dieser positive Blick ganz gut.
Ich kann aber ebenso wenig nur auf das Gute schauen. Was ist mit Trauer und scheiß Situationen? Die gehören doch auch zu meinem Leben dazu! Oder etwa nicht? Stellt Euch mal eine Gesellschaft vor, die nur fröhlich ist... Das geht für mich nicht. Ich möchte es mir nicht nehmen lassen zum Beispiel auch mal traurig und sauer sein zu dürfen. Ich brauch dieses Gegensätzliche in meinem Leben. Dadurch wird mir immer wieder bewusst, wie vielschichtig und wertvoll mein Leben ist. Und erst dadurch weiß ich, dass es nicht nur Negatives, sondern auch viel Positives in meinem Leben gibt.

 

 

Quelle: http://www.kreuzquer.info/?id=3486