Ich habe ein Meerschweinchen als Haustier. Manchmal frage ich mich, was es eigentlich über mich denkt. Das Tier weiß, dass ich es gut versorge. Es weiß aber nicht, was ich sonst noch so mache. Es kennt ja nur seinen Stall. Es weiß nicht, was sonst so alles auf der Welt passiert. Und es kann schon gar nicht begreifen, worüber ich nachdenke. Zum Beispiel über den Sinn des Lebens. Oder was ich aus meinem Leben machen möchte. Diese Gedanken sind zu hoch für mein Meerschweinchen. Die passen nicht in sein Meerschweinchengehirn rein.
Dabei sind wir uns rein biologisch ziemlich ähnlich. Unsere Körper sind gleich aufgebaut. Sogar unsere Gehirne sind aus dem gleichen Material. Und trotzdem ist da ein riesiger Unterschied zwischen meinen und seinen Gedanken.
Ich denke, bei Gott und mir ist das auch so. Nur dass es mir wie dem Meerschweinchen geht. In der Bibel steht, dass die Menschen ähnlich wie Gott sind. Aber Gottes Gedanken sind mir trotzdem zu hoch. Ich erkenne nur das, was in mein Menschengehirn reinpasst.
Mein Meerschweinchen hat schon oft erlebt, dass ich mich gut um es kümmere. Deswegen vertraut es darauf, dass ich das immer mache. Und mehr braucht es gar nicht. So kann ich es auch mit Gott machen. Darauf vertrauen, dass er sich gut um alles kümmert. Und mehr brauche ich nicht.

 

 

Quelle: http://www.kreuzquer.info/?id=3326