Eine Freundin war mal als erste an einem Unfallort. Sie hatte echt Respekt davor, Erste Hilfe zu leisten. Zum Glück musste es aber nicht sein. Dem Autofahrer ging es gut. Sie musste nur bei ihm bleiben, bis der Krankenwagen kam.
Ich fands krass, als sie mir das erzählt hat. Ich hab mir nämlich überlegt, ob ich angehalten hätte. Könnte ich richtig helfen? Oder würde ich was falsch machen? Wenn man einfach weiter fährt, ist man fein raus. Übernimmt keine Verantwortung für einen anderen.
Das ist aber auch nicht so cool. Das steht sogar schon in der Bibel. Da wird Jesus gefragt, wie gutes Leben funktioniert. Als Antwort erzählt er eine Geschichte: Da braucht ein Mann Erste Hilfe. Nacheinander kommen zwei Leute vorbei, aber sie helfen ihm nicht. Dabei waren es sogar Bekannte vom Verletzten. Erst der Dritte hilft dem Mann dann. Und das, obwohl die sich gar nicht gekannt haben.
Durch die Story ist mir eins klar: Ich will nicht so assi sein wie die ersten beiden. Ich will wie der dritte Typ sein und helfen. Deshalb hab ich nochmal einen Erste Hilfe-Kurs gemacht. Da habe ich wieder gehört: Nichts ist so schlimm, wie nichts zu tun.
Seitdem habe ich mir das fest vorgenommen. Egal bei was für einem Unfall ich als erste da bin: Ich will auf jeden Fall anhalten und versuchen zu helfen. Auch wenn das nur heißt, auf den Krankenwagen zu warten.