»Schokobrunnen« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.10.2016 gesendet.
Ich liebe Schokobrunnen. Ich finde, es sieht super aus, wenn die Schokolade überläuft. Beim Schokobrunnen füllt sich erst die oberste Schale mit Schokolade. Dann läuft sie über in die nächste Schale. Irgendwann läuft die auch über und so weiter.
Ich stelle mir Gottes Liebe wie einen Schokobrunnen vor. Sie fließt unendlich, wie die Schokolade. Sie geht niemals aus. Gott liebt mich so sehr, dass die Liebe überläuft. Dass das so ist, weiß ich aus der Bibel. Dort ist die Geschichte von Jesus aufgeschrieben. Und das Leben von Jesus zeigt, wie sehr Gott die Menschen liebt.
Für mich fühlt sich das toll an, von Gott geliebt zu werden. Er liebt mich, auch wenn ich mal was falsch mache. Und ich weiß, dass diese Liebe nicht aufhört. Deswegen kann ich sie anderen weitergeben. Das kann ich auf tausend verschiedene Arten machen. Zum Beispiel einfach Gutes tun, ohne was zurück zu erwarten. Oder Leuten vergeben, wenn sie was falsch machen. Das muss ich aber nicht aus eigener Kraft schaffen. Wie beim Schokobrunnen läuft die Liebe einfach weiter. An die Menschen um mich rum. Und die geben die Liebe dann auch weiter. So passiert wegen Gottes Liebe richtig was.
»Ausziehtisch« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.10.2016 gesendet.
Wenn ich in einem Möbelhaus bin, springt meine Fantasie an. Ich überlege mir dann, wie ich mein Zuhause mal einrichten will. Also das Zuhause, in dem ich später mit meiner eigenen Familie lebe. Und manchmal denke ich dabei auch an die Kirche. Das klingt jetzt seltsam, aber ich kann es erklären.
Ich finde, Möbel sagen viel über ihre Besitzer aus. Und deshalb möchte ich meine Möbel richtig aussuchen. Ich möchte zum Beispiel einen Ausziehtisch. Wenn man mehr Platz braucht, kann man da eine Tischplatte zusätzlich einbauen. Wir hatten früher Zuhause so einen. Der Tisch war bei uns immer der Mittelpunkt des Familienlebens. Da haben wir zusammen gegessen, gelacht und gestritten. Das hat unsere Familie zusammengehalten.
Ein großer Tisch ist für mich deshalb ein Symbol für Familie. Und bei einem Ausziehtisch kann man einfach noch Plätze anbauen. Das heißt, man kann einfach Menschen in die Familie aufnehmen. Ich will, dass es in meinem Zuhause mal so ist. Meine Familie soll sich da geborgen fühlen. Gleichzeitig will ich, dass unser Zuhause für Andere offen ist.
Ich finde, das ist auch bei der Kirche so. Sie ist wie eine Familie und trotzdem offen. Jeder darf kommen. Sogar ohne Einladung. Es gibt genug Platz für alle. Eben wie an einem Ausziehtisch.
»Pflügen« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 14.10.2016 gesendet.
Wenn ich zurzeit unterwegs bin, sehe ich oft Bauern pflügen. Sie bereiten ihre Felder auf den Winter vor, graben die Erde um. So entfernen sie das Unkraut und machen den harten Boden schön locker. Im Frühjahr können dann gut Pflanzen darin wachsen.
In meinem Leben gibt’s auch so was wie Unkraut. Zum Beispiel das, was mir Kraft raubt und zu nichts führt. Und so was wie harten Boden kenne ich auch. Das ist da, wo ich mich auf nichts Neues mehr einlassen kann. Dabei soll in meinem Leben auch was wachsen. Gute Beziehungen zum Beispiel.
Deswegen durchpflüge ich im Herbst manchmal mein Leben. Da ist das Wetter schlecht und ich sitze mehr zuhause. Dann kann ich mir überlegen, was in meinem Leben Unkraut ist. Und ich finde heraus, wo ich festgefahren bin.
In meinem Glauben brauche ich das auch ab und zu. Manchmal kümmer ich mich nur um Unwichtiges. Dann hab ich keine Zeit mehr für Gott. Oder Sorgen und Zweifel überwuchern meine Freude am Glauben. Deswegen pflüge ich da auch immer wieder. Zum Beispiel, indem ich mal wieder in der Bibel lese. Oder ich höre in der Kirche oder im Internet eine Predigt an. Viele evangelische Gemeinden stellen die online. So grabe ich meine Gedanken sozusagen um und das tut mir gut.
Pflügen ist wichtig, damit was wächst. Auf dem Feld und in meinem Leben.
»Wunden heilen« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 12.10.2016 gesendet.
Eine Freundin von mir wurde von ihrem Freund verlassen. Das ist schon eine Weile her. Aber es tut ihr immer noch weh. Und sie versteht das nicht. Sie ist genervt von sich selbst. Sie kann die Beziehung nicht einfach abhaken. Ich kann sie schon verstehen. Wenn man verlassen wird, dann ist das wie eine große Wunde. Nur eben an der Seele.
Es kann sehr lange dauern, bis eine Wunde heilt. Und es kann eine hässliche Narbe entstehen. Deswegen kümmere ich mich darum, dass eine Wunde verheilt. Wenn‘s sein muss, gehe ich auch zum Arzt. Der weiß, wie die Wunde gut verheilt. Ob ein Verband reicht oder ob er nähen muss. Und dann schau ich immer wieder, wie weit die Heilung ist.
Bis alles wieder gut ist, vergeht oft viel Zeit. Wenn ich da zu ungeduldig bin, reißt die Wunde immer wieder auf. Dann dauert es länger. Nach Trennungen braucht die Heilung auch Zeit. Da bringt es nichts, ungeduldig zu sein. Das reißt die Wunde nur wieder auf.
In der Bibel steht, dass Gott wie ein Arzt ist. Er kann große Wunden an der Seele heilen. Ich habe das schon erlebt, als ich verletzt wurde. Ich habe Gott dann gebeten, diese Wunde zu heilen. Heute merke ich nichts mehr von der Verletzung. Nicht mal eine hässliche Narbe. Und das wünsche ich meiner Freundin auch.
»Anderer Tag« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.09.2016 gesendet.
Vor kurzem ist bei uns einen ganzen Tag das Internet ausgefallen. In hunderten Häusern in der ganzen Stadt. Alle haben sich darüber aufgeregt. Und ich fand’s auch beschissen.Ich mache echt viel mit dem Internet. Das fällt mir normalerweise gar nicht auf. An dem Tag hab ich es bemerkt, weil es eben nicht funktioniert hat.
Wenn das Internet nicht geht, läuft mein Tag ganz anders ab. Ich komm zum Beispiel nicht so gut an Infos ran. Ich verbringe aber auch nicht so viel Zeit mit rum surfen. Der Tag fühlt sich anders an. Ich plane ja nicht ein, dass das Internet ausfällt.
Einen Tag kein Netz oder krank sein nervt mich erst mal. Aber hinterher bin ich oft froh drum. Da fallen mir nämlich ganz andere Dinge auf. Einfach, weil der Tag anders läuft als geplant. Und ich rechne damit, dass Gott mir dabei etwas zeigt. Dass er mich auf etwas aufmerksam macht, was ich bisher übersehen habe.
Ich kann mich darüber ärgern, wenn mal wieder was nicht läuft wie sonst. Ich kann es aber auch bewusst genießen. Denn Gott hat diesen Tag anders gemacht.
»Wertvoll« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 15.09.2016 gesendet.
Die Tochter von Bekannten wünscht sich ein neues Handy. Neulich hat sie zu ihren Eltern gesagt: „Wenn ihr mich wirklich lieb habt, dann müsst ihr mir das schenken.“
Ich habe das früher mit meinen Eltern auch immer so gemacht. Ich wollte alles haben, was meine Freundinnen hatten. Die neuesten Klamotten zum Beispiel. Meine Eltern haben trotzdem oft „nein“ gesagt. Also mir nicht alles geschenkt. Und heute bin ich ihnen dankbar. Ich habe dadurch nämlich was kapiert: Mein Wert hängt nicht davon ab, was ich besitze. Ich bin wertvoll. Einfach nur, weil ich ich bin. Nicht, weil ich die neuesten Klamotten habe.
Also eigentlich müsste ich das jetzt wissen. Mit Gott rede ich trotzdem oft noch so. Ich wünsche mir irgendwas. Zum Beispiel einen guten Job. Oder einen Freund. Weil ich mich dann wertvoll fühlen würde. Und dann bete ich so nach dem Motto: „Gott, wenn du mich wirklich liebst, dann musst du mir das schenken.“ Aber Gott macht das auch nicht immer. Es fällt mir nicht leicht, das dann zu akzeptieren. Und trotzdem bin ich Gott dankbar. Weil ich dadurch wieder neu lerne, was meine Eltern mir schon beigebracht hatten: Ich bin nicht wertvoll, weil ich was besitze. Ich bin wertvoll, weil ich ich bin.
»Zitrone« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 13.09.2016 gesendet.
„Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus.“ Diesen Spruch will ich nicht hören, wenn ich Beziehungsprobleme hab. Er ist mir zu flapsig.
Aber vielleicht ist schon was Wahres dran: Wenn man eine Zitrone zusammendrückt, kommt saurer Saft raus. Der Saft entsteht aber nicht durch das Zusammendrücken. Sondern er war schon immer da. Er kommt halt erst raus, wenn jemand drückt.
Ich glaube, bei Beziehungen ist das ganz ähnlich. Die stehen auch manchmal unter Druck. Zum Beispiel, wenn einer von beiden Stress im Job oder in der Ausbildung hat. Dadurch passiert was in der Beziehung. Es entstehen zum Beispiel plötzlich schlechte Gefühle, die vorher nicht da waren.
Vielleicht ist es aber auch so, wie wenn man eine Zitrone drückt. Da war der Saft ja schon da. Er kommt aber erst durch den Druck raus. Dann wären die schlechten Gefühle in Beziehungen auch schon immer da. Aber man bemerkt sie erst, wenn der Druck größer wird.
Beziehungen kommen irgendwann in schwierige Situationen. Ich kann das nicht verhindern. Aber ich glaube, ich kann es nutzen. Die schlechten Gefühle zum Beispiel. Die kann ich ausräumen, wenn ich darüber rede. Und dann stimmt der Spruch: „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus.“ Denn ich kann aus Zitronensaft auch was Gutes machen.
»Wenn Gott schweigt« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 06.08.2016 gesendet.
In meinem Kalender steht für jede Woche ein Spruch drin. Neulich stand da:
„Wenn Gott schweigt, ist das kein Nein. Sondern eine Einladung, ihm zuzuhören.“
Dieser Spruch war für mich ein Aha-Erlebnis. Ich hab das schon oft erlebt: Ich mache einen Plan. Und dann möchte ich von Gott wissen, was er denkt. Ob er meinen Plan gut findet. Deswegen bete ich, rede also mit Gott. Und dann warte ich auf eine Antwort. Ein deutliches Gefühl in eine bestimmte Richtung. Dass Gott mir sozusagen in mein Herz spricht. Aber oft läuft das nicht so. Gott schweigt. Und ich bin ratlos. Früher hab ich dann gedacht, Gott sagt Nein zu meinem Plan. Inzwischen glaube ich, dass Gott will, dass ich besser zuhöre. Zum Beispiel weil ich noch eine Weile warten soll. Und manchmal schon auch, damit ich Dinge anders mache. Wenn ich Gott besser zuhören will, höre ich mir zum Beispiel eine Predigt an. Da gibt es viele im Internet. Oder ich frage andere Christen, was sie meinen.
Gott zuzuhören ist wirklich schwer. Weil er eben nicht so redet, dass man ihn hört. Trotzdem schmeiße ich nicht gleich jeden Plan hin, wenn Gott schweigt. Denn ich habe auch schon erlebt, dass er mir doch noch ins Herz spricht. Und meine Pläne werden besser, wenn ich Gottes Meinung dazu kenne.
»Automat« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 04.08.2016 gesendet.
Neulich habe ich mir an einem Automaten ein Eis geholt. Ich habe also Geld oben rein geworfen, mir was ausgesucht und das Eis bekommen. Das ist genau nach meinem Geschmack. Meinetwegen könnte alles im Leben so einfach sein. Man gibt was von sich her, drückt einmal und bekommt was zurück.
Noch schöner wäre es, wenn Gott auch so funktionieren würde. Also ich mach was, das ihm gefällt. Kümmere mich zum Beispiel um jemand Krankes. Und dann bekomme ich von Gott was, das mir gefällt. Zum Beispiel, dass ich nicht mehr krank werde.
Aber so funktioniert es mit Gott nicht. Er ist kein Automat. Eigentlich finde ich das auch gut so. Denn Gott will mit jedem Menschen befreundet sein. Freundschaften funktionieren aber nicht so Automaten-mäßig. Manchmal sind sie schwierig. Dann muss man kämpfen und wahnsinnig viel reinstecken. Und in anderen Zeiten läuft alles gut. Die Freundschaft ist dann wie ein Geschenk. Etwas, das man niemals verdienen könnte. Ich bin froh, dass Freundschaften so sind. Wären sie anders, wäre ich längst nicht so glücklich. Denn dann würde ich immer nur so viel bekommen wie ich gebe. Automaten-Freundschaften sind nichts für mich. Und für Gott auch nicht.
»Zeit sparen« von Anika   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 03.08.2016 gesendet.
Ich bin mal wieder im Stress. Irgendwie habe ich mir wohl zu viel vorgenommen. Eigentlich müsste ich überall noch Aufgaben erledigen. Und gerade jetzt ist mir total nach Urlaub und Ausruhen.
Ich gehe gerade trotzdem in den Gottesdienst. Da verbringe ich Zeit mit Gott. Also obwohl ich kaum freie Zeit habe. Manche von meinen Bekannten verstehen das nicht. Sie meinen, ich könnte mir den Gottesdienst doch sparen. Dadurch würde ich ja freie Zeit gewinnen. Und Gott würde das doch sicher verstehen, wenn ich im Stress bin.
Ja, ich glaube Gott würde das verstehen. Er wäre nicht sauer oder so. Aber ich mache das für mich. Ich gehe für mich in den Gottesdienst.
Ich hab mal den Satz gehört: „Ich spare keine Zeit, wenn ich die Zeit mit Gott kürze.“ Bei mir ist das genauso. Gott schenkt mir Kraft und Geduld. Das merke ich daran, dass ich gelassener an meine Aufgaben rangehe. Ich denke, dass es schon klappen wird, wenn Gott es will.
Es macht mich einfach glücklich, wenn ich Zeit mit Gott verbringe. Wieso sollte ich darauf verzichten? Und warum gerade dann, wenn es stressig ist? Dadurch spare ich keine Zeit. Sondern es wird alles nur noch schwieriger. Die Zeit mit Gott ist für mich kein Zeitfresser. Sie ist ein Geschenk. Und wenn es stressig ist, brauche ich das ganz besonders.