»Schwarzer Punkt« von Sabine   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.04.2017 gesendet.
Manchmal ist mein Leben halt kacke. Und das ist auch gut so! Ich sag das, weil ich neulich eine Schulaufgaben-Geschichte gehört habe. Eine Lehrerin teilt weiße Blätter mit einem schwarzen Punkt darauf aus. Die Schüler sollen aufschreiben, was sie sehen. Und klar, alle beschreiben den schwarzen Punkt, aber nicht das weiße Papier.
Eine Interpretation wäre jetzt: Die schwarzen Punkte in meinem Leben kann ich sofort entdecken, die Schönen aber nicht. Also Memo an mich selbst: Schau mal auf die vielen tollen Sachen in deinem Leben.
Diese Interpretation gefällt mir aber nicht so ganz. Gut, dass die schwarzen Punkte nicht mein Leben bestimmen sollen ist das eine. Klingt für mich so, als ob sie in meinem Leben nicht sein dürfen. Dafür ist dieser positive Blick ganz gut.
Ich kann aber ebenso wenig nur auf das Gute schauen. Was ist mit Trauer und scheiß Situationen? Die gehören doch auch zu meinem Leben dazu! Oder etwa nicht? Stellt Euch mal eine Gesellschaft vor, die nur fröhlich ist... Das geht für mich nicht. Ich möchte es mir nicht nehmen lassen zum Beispiel auch mal traurig und sauer sein zu dürfen. Ich brauch dieses Gegensätzliche in meinem Leben. Dadurch wird mir immer wieder bewusst, wie vielschichtig und wertvoll mein Leben ist. Und erst dadurch weiß ich, dass es nicht nur Negatives, sondern auch viel Positives in meinem Leben gibt.
»One billion rising« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.04.2017 gesendet.
Letztens war ich auf einer Veranstaltung: One Billion Rising. Also eine Milliarde steht auf! Das ist ein Flashmob, der jedes Jahr am Valentinstag stattfindet. Da gehen Menschen auf der ganzen Welt auf die Straße, um darauf aufmerksam zu machen, dass es immer noch Gewalt gegen Frauen gibt. Ich habe mich dazu auf der Website von One billion Rising informiert. Da steht, dass jede dritte Frau einmal in ihrem Leben physische Gewalt erfährt oder sexuell missbraucht wird. Weltweit. Ich finde das unglaublich. Jede dritte Frau. Als ich weiter recherchiert habe, habe ich herausgefunden, dass auch in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Frauen vergewaltigt werden. Mich macht es traurig und wütend, dass so etwas immer noch passiert. Ich mein, wir leben im Jahr 2017. Kaum zu glauben, dass es immer noch nicht allen klar ist, dass Frauen selbst bestimmen, was sie wollen. Sie haben die gleiche Würde wie Männer und verdienen genauso Respekt. Leider haben das immer noch nicht alle verstanden. Ich finde die Idee großartig, sich mit diesen Frauen zu solidarisieren. Deshalb war ich dieses Jahr bei One Billion Rising dabei. Und ich hoffe, dass sich immer mehr Menschen anschließen und ein Zeichen setzen: Für eine Welt ohne Gewalt, in der alle sicher und frei leben können. Auch Frauen.
»Auferstehung« von Anna R.   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.04.2017 gesendet.
Gestern war Ostern. Und auch heute noch, an Ostermontag, wird gefeiert, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Ziemlich krass. Er wurde gekreuzigt und begraben und dann nach drei Tagen soll er plötzlich wieder gelebt haben. Ich finde das gar nicht so leicht zu glauben. Und damit stehe ich bestimmt nicht alleine.
Trotzdem gibt es einen Grund dafür, dass auch noch nach über 2000 Jahren Menschen diesen Tag feiern. Nach der Kreuzigung haben sich die Freunde von Jesus zurückgezogen und eingeschlossen. Sie waren enttäuscht und traurig und wären es auch bestimmt geblieben. Aber dann ist etwas passiert. Auf einmal waren sie überzeugt davon, dass Jesus lebt und sie allen von ihm erzählen müssen. Sie waren so voller Hoffnung, dass sie unglaublich viele Menschen mit ihrem Glauben angesteckt haben
Wenn ich mir anschaue, wie viele Millionen Christen es heute auf der Welt gibt, denke ich, dass die Jünger damals ziemlich überzeugend gewesen sein müssen. Diese Gewissheit der Jünger, dass Jesu Botschaft von Gott auch nach der Kreuzigung, also nach dem Tod, noch besteht, macht auch mir Hoffnung. Für mich heißt das nämlich, dass auch mein Leben mit dem Tod nicht vorbei ist. Deshalb feiere ich Ostern. Auch nach über 2000 Jahren.
»Überraschung« von Micha   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 16.04.2017 gesendet.
Heute verstecke ich für meine Patentochter ein Osternest. Mit nem Schokohasen und Ostereiern und so. Sie weiß natürlich nicht, wo ich das verstecke. Es soll ja ne Überraschung sein.
Neulich hab ich mich gefragt, warum man das eigentlich macht. Osternester verstecken. Aber dann hab ich mich an die Ostergeschichte erinnert. Jesus wurde ja umgebracht und seine Freunde haben ihn begraben. Aber nicht in der Erde. Sie haben die Leiche in so ne Art Höhle gelegt. Das hat man dort damals so gemacht.
Am Ostermorgen sind dann ein paar Frauen zum Grab gegangen. Sie waren traurig, dass Jesus tot war. Deswegen wollten sie ihn dort noch mal besuchen. Aber als sie da waren, war das Grab leer! Die Leiche von Jesus war nicht mehr da! Stattdessen war da ein Engel. Der hat behauptet, dass Jesus wieder lebendig ist.
Für die Frauen war das natürlich ne Riesen-Überraschung. Bestimmt haben sie das erst gar nicht geglaubt. Es kommt ja nicht jeden Tag vor, dass jemand wieder lebendig wird. Aber später haben sie Jesus dann wirklich gesehen und sich natürlich mega gefreut.
Deswegen verstecke ich für meine Patentochter heute ein Osternest. Wenn sie es findet, freut sie sich drüber. Und ich freue mich mit ihr. So wie die Frauen am Grab.