»Pokalfinale« von Nadja   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 27.05.2017 gesendet.
Ganz ehrlich, ich liebe Borussia Dortmund. Klar, dass ich heute im DFB-Pokalfinale für Dortmund bin. Ich hoffe natürlich, dass die Jungs gegen Frankfurt gewinnen.
Im Halbfinale hatte ich zwischenzeitlich die Hoffnung aufgegeben. Zur Halbzeit hatte Bayern München 2:1 geführt. Da konnte ich nur noch hoffen und beten, dass der BVB gewinnt. Wie man das in solchen Situationen halt so sagt.
Dabei habe ich nicht wirklich für einen Sieg gebetet. Ich finde das irgendwie komisch. Ich frage mich auch, was Gott machen soll. Denn ein anderer Fan könnte ja dasselbe für seine Mannschaft beten. Ich glaube aber nicht, dass Gott mitzählt. Und die Mannschaft mit mehr Gebeten gewinnt dann. Das fände ich schräg.
Im Vaterunser heißt es an einer Stelle: „Dein Wille geschehe.“ Und ich glaub nicht, dass Gott Fan von einer bestimmten Fußballmannschaft ist. Ich glaube, er ist Fan von uns Menschen. Von allen. Er will, dass es uns gut geht. Dass wir gesund sind. Deswegen ist es für mich sinnlos, Gott um einen Sieg zu bitten. Ich bitte Gott aber, dass es ein gutes und faires Spiel wird. Dass sich niemand verletzt. Dass die Spieler gesund bleiben und die Zuschauer auch. Ich kann mir gut vorstellen, dass Gott das genauso will.
Ich hoffe natürlich trotzdem, dass Dortmund gewinnt. Am Ende soll aber einfach die bessere Mannschaft gewinnen. So wie das beim Fußball eben ist.
»Ausländer« von Christina   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 26.05.2017 gesendet.
Neulich war im Zug ein Mann mit einem Kleinkind vor mir. Vermutlich Vater und Sohn. Der Mann spielt mit dem Kleinen. Und spricht Französisch mit ihm. Hinter mir sagt plötzlich jemand: „Scheiß Ausländer“. Der Vater hat die Beleidigung nicht gehört. Oder es sich zumindest nicht anmerken lassen.
Aber ich war echt wütend. Der Vater hatte nichts getan, der andere hat ihn trotzdem beschimpft. In dem Moment habe ich aber nichts gesagt. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen. Aber irgendwie konnte ich es da nicht. Danach habe ich noch länger darüber nachgedacht. Ich habe mich gefragt: Warum ist „Ausländer“ überhaupt eine Beleidigung? Das heißt ja nur, dass jemand aus einem anderen Land kommt. Mehr nicht.
Für mich ist es nicht wichtig, woher jemand kommt. Oder welche Sprache man spricht. Es ist mir wichtig, mit Menschen gut klar zu kommen. In der Bibel gibt es dafür einen Tipp: Behandle andere so, wie du behandelt werden willst. Ich versuche, so zu leben. Dann klappt es meistens gut mit anderen Menschen.
Ich hoffe deshalb, dass ich das nächste Mal mutiger bin. Dann sage ich was, wenn jemand was gegen Ausländer sagt. Anderswo bin nämlich ich Ausländerin. Da würde ich mich ja auch freuen, wenn mich jemand anderes unterstützt.
»Christi Himmelfahrt« von Christina   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 25.05.2017 gesendet.
Heute ist Feiertag. Also frei. Mit dem Freitag dazu gibt das ein verlängertes Wochenende. Ziemlich cool.
Die Tage bin ich aber darüber gestolpert, warum ich heute frei hab. Klar, heute ist Vatertag. Also ein Tag zu Ehren aller Väter. Quasi das Gegenstück zum Muttertag. Aber in meinem Kalender steht auch noch Christi Himmelfahrt. Da habe ich mich gefragt, wie das denn zusammenpasst. Und was das überhaupt ist.
Ich habe also mal nachgeschaut. 39 Tage nach Ostersonntag ist Jesus in den Himmel aufgefahren. So steht es in der Bibel. Das heißt, dass Jesus zu Gott zurückgekehrt ist. Und das feiern Christen an Christi Himmelfahrt.
Ich hab keine Ahnung, wie das genau gewesen sein soll. Aber mir gefällt die Idee dahinter. Denn Jesus wird auch „Gottes Sohn“ genannt. Er hatte nämlich eine mega enge Verbindung zu Gott. Also ist Gott auch selber wie ein Vater. Deshalb wird er in der Bibel auch „Abba“ genannt. Das ist ein älteres Wort für Papa. Und wenn ich so drüber nachdenke: Ich glaube, Gott freut sich, dass sein Sohn zu ihm zurückkommt. Wie meine Eltern sich auch freuen, wenn ich von einer längeren Reise wieder da bin.
Deshalb passen Christi Himmelfahrt und Vatertag für mich ziemlich gut zusammen. Da freuen sich Väter, wenn ihre Kinder nach Hause kommen. Oder zumindest an sie denken.
»Zimmerpflanze« von Nadja   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 24.05.2017 gesendet.
Ich habe eine Zimmerpflanze. Die ist mega krass. Die hält sich jetzt nämlich schon über viele Jahre. Von Anfang an steht sie in ihrem Topf auf meinem Regal. Manchmal blüht sie, manchmal nicht. Manchmal ist sie fast vorm Austrocknen. Braucht unbedingt Wasser. Aber trotzdem hält sie sich. Und mit Wasser blüht sie oft schnell wieder auf.
Irgendwie ist meine Zimmerpflanze, wie mein Glaube an Gott. Ich glaube schon viele Jahre an ihn. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich Gott ganz nahe bin. Wenn ich zum Beispiel viel in der Bibel lese. Oder oft mit ihm spreche. Erzähle, was mich gerade so beschäftigt. Das tut mir gut, dann blühe ich richtig innerlich. Dann bin ich richtig happy.
Es gibt aber auch oft Zeiten, in denen ich Gott nicht wirklich beachte. Wenn ich keine Zeit hab, um Bibel zu lesen. Oder ich einfach vergesse, mit Gott zu sprechen. Irgendwann merke ich dann aber, dass mir was fehlt. Meistens in Zeiten, in denen es mir schlecht geht. Ich check dann wieder, dass mir Gott guttut. Meistens krieg ich dann meinen Arsch hoch. Dann rede ich wieder mit ihm und lese in der Bibel. WEnn ich das mache, geht es mir nach ner Weile meistens wieder besser.
Ich brauche Gott also irgendwie, um vollkommen aufzublühen. So wie meine Pflanze das Wasser braucht, um zu blühen.