»Flugzeuggeschrei« von Nadja   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.11.2017 gesendet.
Vor ner Weile hatte ich echt den nervigsten Flug meines Lebens. Erst hatte der Flieger zwei Stunden Verspätung. In der Luft hat dann ein kleines Kind angefangen zu schreien. Es hat richtig gebrüllt. Und das Schlimmste: Es hat wirklich den ganzen Flug durchgebrüllt. Alle im Flugzeug waren nur noch angepisst von dem Kind. Viele haben dann auch gesagt, dass kleine Kinder einfach noch nicht mitfliegen sollten.
In der Bibel gibt’s ne ähnliche Geschichte. Klar, da sind Kinder noch nicht geflogen. Flugzeuge gibt‘s ja noch nicht so lang. Da war es so: Ein paar Eltern wollten ihre kleinen Kinder zu Jesus bringen. Die Eltern hatten natürlich mitbekommen, dass Jesus ein krasser Typ ist. Aber die Freunde von Jesus wollten das nicht. Sie haben gemeint, kleine Kinder würden Jesus noch nicht verstehen.
Jesus hat das mitbekommen und nur gesagt: „Lasst die Kinder zu mir kommen. So wie sie glauben, das ist genau richtig.“ Er hat sie dann umarmt und ihnen versprochen, dass Gott bei ihnen ist. Jesus hat damit gezeigt, dass auch schon kleine Kinder zu ihm gehören.
Ich finde gut, dass Jesus das so gemacht hat. Dass Kinder für ihn voll dazugehören. Deswegen finde ich es gut, dass Kinder mitfliegen dürfen. Auch wenn es manchmal nervig ist. Aber sie nur deswegen auszuschließen, finde ich echt uncool.
»Altenheim« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 19.11.2017 gesendet.
Meine Oma hat große Angst davor, dass sie irgendwann in ein Altenpflegeheim muss. Sie wünscht sich lieber einen schnellen Tod.
Für sie ist das Altenheim eine Art „Abstellgleis“. Von dort kommt niemand mehr ins richtige Leben zurück. Dort wird man alleine gelassen.
Ich muss sagen, ich kann die Angst meiner Oma verstehen. Es ist in Deutschland völlig normal, dass alte Leute nicht mehr von den eigenen Kindern gepflegt werden können. Ich glaube jedoch nicht, dass es darum geht, die Alten abzuschieben. Es liegt vielleicht eher an den Rahmenbedingungen. Ich hätte zum Beispiel gar nicht die nötigen Kompetenzen, um meine Oma gut zu pflegen. Im Altenheim gibt es perfekt ausgebildete Pfleger. Aber denen fehlt die Zeit. Sie müssen zu viele betreuen und können den Alten nicht in all ihren Bedürfnissen gerecht werden. Meine Oma würde sich jemanden wünschen, der nicht völlig gehetzt ist und auch Zeit hat, mal ein bisschen zu quatschen.
Ich glaube das kann sich nur ändern, wenn ich mir bewusstmache, was die leisten, die alte Leute pflegen und betreuen. Ich finde es peinlich, wenn ich dann sehe, dass die Bezahlung da einfach nicht stimmt. Ich will in einer Gesellschaft leben, wo die Alten nicht als Last gesehen werden. Wo man die gerne und angemessen bezahlt, die sie pflegen, weil sie es wert sind: die Pflegenden und die Alten. In so einer Gesellschaft möchte ich alt werden.
»Hoffnung« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 18.11.2017 gesendet.
Wenn ich mir die Nachrichten anschaue, habe ich oft das Gefühl, dass es in der Welt drunter und drüber geht. Terroristen machen in Afrika, Syrien und dem Irak anderen Menschen das Leben zur Hölle und töten sie. In Europa verüben sie Anschläge. In anderen Ländern sitzen viele Menschen unschuldig im Gefängnis, weil sie ihre Meinung sagen. Regierungschefs hetzen Menschen gegeneinander auf und riskieren Kriege.
Mich macht das erst mal sprachlos. Und dann wütend, weil ich sehe, dass deswegen so viele Menschen in unserer Welt leiden müssen. Ich frage mich, woher kommt der ganze Hass? Ich finde es armselig sein Leben damit zu verbringen andere zu hassen und nur an sich zu denken.
Zum Glück sehe ich aber immer wieder Nachrichten, die mir zeigen, dass es auch das Gegenteil gibt. Beispielsweise die Menschen, die in den USA während des Hurrikans mit ihren Booten durch die Straßen fahren, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Oder Menschen beim Erdbeben in Mexiko, die gerade so ihr Leben gerettet haben und sofort andere Menschen unter den Trümmern suchen. Das macht mir Mut. Sie zeigen mir, dass es auch viele Menschen gibt, die lieben und sich für andere einsetzen. Sie denken nicht nur an sich, sondern auch an andere. Manchmal sogar noch, wenn sie dafür etwas riskieren müssen. An einer solchen Welt, in der der eine für den anderen da ist, will ich mitarbeiten. In einer solchen Welt will ich leben.
»Liebe missverstanden« von Anna   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 17.11.2017 gesendet.
Viele meiner Freunde heiraten gerade. Ich freue mich immer mit ihnen. Aber ich denke da immer daran, dass ich auch irgendwann heiraten will. Und das stresst mich… Wann sollte ich meinen Partner heiraten? Ich frage mich, ob es reicht, wenn ich meinen Partner liebe.
Ich habe dazu letztens einen Artikel von einem Priester gelesen, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Der Priester sagt da, dass „Liebe“ das am häufigsten missverstandene Wort ist. Zum Zeitpunkt der Hochzeit sind alle Paare glücklich und total verknallt ineinander. Aber mit dem Alltag und der Zeit vergeht das total verknallt sein und die Anfangseuphorie. Aber er meint, Liebe fängt dann erst an. Weil es heißt, den anderen komplett anzunehmen. Dabei weiß ich, dass mein Partner nicht perfekt ist. Ich werde manche Macken meines Partners manchmal kaum ertragen können. Zum Beispiel schmeißt mein Freund nie seine dreckigen Socken in die Wäsche. Das finde ich momentan nicht tragisch. Aber in zehn Jahren nervt es mich bestimmt.
Und das ist sicher noch nicht alles. Wir werden mit Sicherheit durch tiefe Krisen gehen müssen. Aber wenn ich meinen Partner liebe heißt das für mich, dass ich dazu bereit bin.
Wir dürfen vor Problemen stehen, wir müssen sie nur gemeinsam angehen wollen.