»Christsein« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 23.04.2017 gesendet.
Ich bin Christ. Neulich hab ich mich gefragt, ob man mir das anmerkt. Und ich muss sagen, dass ich es nicht weiß. Woran erkennt man denn einen Christen?
Für mich ist ein Christ jemand, der sich für andere einsetzt und Gutes tut. Und das nicht, weil er es muss oder es jemand von ihm verlangt, sondern weil er es für richtig hält und es möchte.
Ein Christ ist jemand, der die Welt besser und lebenswerter machen will, der alle Menschen als eine Gemeinschaft sieht, die am selben Weltprojekt mitarbeiten. Ein Christ ist für mich jemand der seine eigenen Interessen nicht über die der anderen stellt und auch mal zurücksteckt, wenn er damit für andere etwas tun kann. Und dabei ist es ganz egal, ob das bei den Kollegen bei der Arbeit ist, bei Freunden oder bei fremden Menschen, wie der Obdachlose in der Fußgängerzone.
Das ist dann doch ein ganz schön hoher Anspruch. Ich weiß, dass ich dem nicht immer gerecht werde. Ich bin eben nicht Gott, sondern ein Mensch. Aber es gibt Christen, die diesem Ideal ziemlich nahe gekommen sind. Das zeigt mir, was möglich ist und wie ich selbst sein könnte. Auch wenn das nicht immer klappt und ich immer wieder neu anfangen muss, will ich trotzdem dieses Ideal verfolgen.
»Löffelliste« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 22.04.2017 gesendet.
Ich habe beschlossen eine Löffelliste zu machen. Eine Löffelliste ist einfach eine Liste mit Dingen, die ich unbedingt noch machen möchte, bevor ich den Löffel abgebe. Die Idee dazu habe ich aus dem Film „Das Beste kommt zum Schluss“. Zwei Männer bekommen die Diagnose, dass sie nur noch ein Jahr zu leben haben und entschließen sich eine Löffelliste zu machen und sie noch schnellstmöglich abzuarbeiten.
Na ja, vielleicht hört es sich erst mal deprimierend an, sich Gedanken darüber zu machen, dass ich irgendwann den Löffel abgebe, vor allem solange ich noch jung bin. Auf der anderen Seite muss ich ja nicht erst krank werden, damit ich mir klar mache, was ich noch alles erleben will. Außerdem weiß ich ja jetzt schon, dass es irgendwann sterbe.
Und dann möchte ich nicht zurückblicken und denken: „Oh man, dein Leben war jetzt aber echt öde.“ Oder: „Du hast nichts aus deinem Leben gemacht“. Ich habe nur ein Leben und das will ich nutzen, aber auch genießen. Ich will zufrieden zurückblicken können und sagen: „Ja, das war gut so.“
In den nächsten Wochen nehme ich mir einfach mal Zeit und fange die Liste an. Ein paar Dinge habe ich schon im Kopf. Ich will unbedingt im Atlantik Wellenreiten, mit dem Zelt durch Schweden reisen, italienisch lernen und einen Berg besteigen. Aber sicher fallen mir auch noch einige andere Dinge ein. Und dann fange ich einfach damit an das alles zu machen.
»Angst vor falschen Entscheidungen« von Timo   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 21.04.2017 gesendet.
Jeden Tag muss ich Entscheidungen treffen. Meistens sind sie nicht so wichtig. Aber immer wieder muss ich auch Entscheidungen treffen, die mein Leben stark beeinflussen und schwierig sind. Oft weiß ich dann nicht, was das Beste ist. Zum Beispiel habe ich ein Jobangebot bekommen und ich glaube, dass es mir gut gefallen könnte. Aber wenn ich annehme, kann ich nicht gleich wieder gehen, sondern muss einige Jahre dort bleiben. Wie soll ich diese Entscheidung treffen? Ich kenne die Leute, die dort arbeiten ja gar nicht. Und meinen Arbeitsplatz habe ich nur kurz gesehen. Außerdem weiß ich nicht, ob es mir woanders besser gefallen könnte. Ich habe einfach nicht die nötigen Informationen, diese Entscheidung wirklich treffen zu können. Und trotzdem muss ich es tun.
Aber ich glaube, dass das auch gut so ist. Ich kann mir nicht alle Wege bis zum Schluss offen halten. Ich muss manche Türen schließen, um andere zu öffnen und hineinzusehen. Es gibt nicht den perfekten Weg, aber bestimmt einige, die zu mir passen. Ich vertraue einfach darauf, dass ich mich für einen passenden Weg entschieden habe. Ich vertraue auf mein Gefühl und auf mich, weil ich mich am besten kenne.
»Emmaus« von Hans-Christian   Drucken Einzelansicht
Beitrag wurde am 20.04.2017 gesendet.
In der Bibel gibt es eine Geschichte von den Freunden Jesu. Es wird erzählt wie sie nach seinem Tod keine Hoffnung mehr haben und nicht mehr weiter wissen. Ich mag diese Geschichte, weil sie für mich zeigt, dass Gott auch dann bei mir ist, wenn es mir richtig dreckig geht. Sie ist für mich wichtig geworden, als ich vor einigen Jahren meinen Opa verloren habe.
Die beiden Freunde aus der Geschichte wollen nach dem Tod von Jesus einfach nur weglaufen. Sie sind niedergeschlagen und machen sich gemeinsam auf den Weg davon. In ein Nachbardorf. Auf dem Weg begegnet ihnen ein Mann. Sie sprechen gemeinsam mit ihm über ihre Erlebnisse mit Jesus. Dass sie miteinander reden, wirkt bei ihnen so stark, dass es sich für sie so anfühlt, als wenn Jesus bei ihnen wäre. Sie fühlen sich getröstet.
Nach dem Tod meines Opas habe ich mich glaube ich ähnlich gefühlt wie die Freunde Jesu. Ich war auch sehr traurig und nach der Beerdigung war ich fast jeden Tag am Grab, habe eine Kerze für ihn angezündet. Ich habe damals auch viel mit meinen Freunden darüber gesprochen. Das hat mir geholfen. Einige von ihnen haben auch schon ihre Großeltern verloren und wir haben uns darüber ausgetauscht. Das hat uns getröstet. Und auch wenn mein Opa tot ist, mir hat es geholfen, dass ich mit ihm verbunden bleibe.