„Hey. Ich bin krank. Könntest du mich vielleicht morgen spontan vertreten“. Das hat mich neulich am Sonntagabend eine Kollegin per Mail gefragt. Ich hatte keine Ahnung, was sie eigentlich tut. Wie sollte ich sie denn da bitte vertreten? Logisch, dass ich spontan erstmal ,nein’ sagen wollte. Aber dann fiel mir ein: ich habe doch gerade erst geübt nicht zu kneifen.
Bis Ostern habe ich nämlich gefastet. Sieben Wochen habe ich nicht nur auf Schokolade verzichtet, sondern auch auf ,Kneifen’. Ich habe also versucht in den Wochen neue Herausforderungen anzunehmen, ohne zu kneifen. Auf die Idee bin ich nicht selber gekommen. ,7 Wochen ohne Kneifen’ war das Motto bei der Fastenaktion der Evangelischen Kirche. Aber ehrlich: Ich habe nicht gedacht, dass in den sieben Wochen große Herausforderungen auf mich warten. Auch deshalb hab ich mitgemacht.
Jetzt war sie aber da, die Herausforderung. Und ich dachte mir: wenn schon, dann richtig. Also Augen zu und durch. Das Coole war, dass es echt gut geklappt hat. Ich war danach echt froh, die Kollegin vertreten zu haben. Und auch ein bisschen stolz. Oft lohnt es sich echt, nicht zu kneifen. Sich auch mal was zuzutrauen. Das hat mir das Fasten dieses Jahr wirklich gezeigt.