Ein Rettungssanitäter steht neben einer Trage am Strand. Er blickt aufs Meer hinaus. Wer auf der Trage liegt, kann ich nicht erkennen. Dieses merkwürdige Bild hat ein australischer Rettungsdienst geteilt. Dort haben zwei Sanitäter eine schwerkranke Frau zu Hause abgeholt. Eigentlich sollten sie die Frau ins Krankenhaus bringen. Die Frau hat aber wahrscheinlich gespürt, dass das ihre letzte Fahrt ist und hat die Sanitäter gefragt, ob sie mit ihr noch vorher an den Strand fahren. Ihr letzter Wunsch war es noch einmal das Meer zu sehen. Und die Sanitäter haben das dann einfach gemacht. Am Strand haben sie die Frau ausgeladen und mit ihr zusammen aufs Meer geschaut. Echt beeindruckend. Die Sanitäter hatten sicher noch andere Termine an diesem Tag. Und wenn die Frau am Strand gestorben wäre, hätte das sicher Ärger gegeben. Wahrscheinlich haben die beiden aber gespürt, dass das ein wichtiger Moment ist. Und was für die Frau das Richtige ist. Es heißt, die Frau ist in diesem Moment glücklich gewesen. Einige Tage später ist sie dann gestorben.
Als ich das gesehen habe, habe ich gemerkt, dass es manchmal gar nicht so sehr darauf ankommt, ob ich nach Vorschrift handle. Manchmal kommt es mehr darauf an, dass ich mich auf andere Menschen einlasse und mitfühle, wie es ihnen geht. Dann merke ich fast automatisch, was jetzt das Richtige ist.