Ich fühle mich manchmal wie in einem Hamsterrad. Ich muss noch dies und jenes tun, zur Arbeit gehen, einkaufen, Emails beantworten und schon ist der Tag wieder vorbei. Das geht dann die ganze Woche so und wenn ich am Freitag angelangt bin, ist irgendwie auf einmal Sonntag. Ich bin so mit mir und meinem Alltag beschäftigt, dass das Leben einfach an mir vorbeirauscht.
Jetzt habe ich etwas gelesen, was zu diesem Thema passt. Und zwar, dass Religion eine Unterbrechung ist. Der, der das gesagt hat, hat wahrscheinlich auch dasselbe Gefühl gehabt wie ich: Der Alltag ist so voll mit Terminen, dass ich nicht mehr über den Tellerrand schauen kann. Da wäre mal eine Pause gar nicht schlecht, in der ich mich zurücklehnen und wie aus einer Vogelperspektive auf das Leben schauen kann. Aber es geht um eine Unterbrechung, in der ich nicht nur Pause mache, sondern über wesentliche Dinge, über den Sinn im Leben und über Gott nachdenke. Dazu kann ich beispielsweise in eine Kirche sitzen und die Atmosphäre auf mich wirken lassen. Wenn ich dann in Ruhe beispielsweise darüber nachdenke, wo ich heute für andere da gewesen bin, rücken Termine, die mir vorher so wichtig waren, in den Hintergrund. Ich merke, dass ich an das denke, was mir jetzt gerade wichtiger ist, zum Beispiel was meiner Freundin gut tut.